Der Kalte Krieg: Geschichte, Konflikte und Ende
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Der Kalte Krieg
Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Gebiete der besiegten Mächte auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam aufgeteilt. Seit 1945 war die Welt in zwei Einflussbereiche gespalten, die von den USA und der UdSSR geführt wurden. Stalin weigerte sich, die Soldaten der Roten Armee abzuziehen. Die Sowjetunion annektierte Estland, Lettland und Litauen sowie Teile von Polen und Rumänien. In den Folgejahren weitete die Sowjetunion ihren politischen Einfluss auf die östliche Hälfte Europas aus. Der westliche Teil behielt das parlamentarische System der liberalen Demokratie und die kapitalistische Wirtschaft bei.
Das Gleichgewicht des Schreckens
Die beiden globalen Supermächte (USA und UdSSR) entwickelten neue Atomwaffen; dieses System wurde als Gleichgewicht des Schreckens bezeichnet. Nach der Kubakrise 1963 begannen die Sowjets, eine friedliche Koexistenz zwischen den beiden Mächten anzustreben. Zudem wurde eine „heiße Leitung“ (Hotline) eingerichtet, damit die Präsidenten der beiden Länder in Krisenzeiten kommunizieren konnten.
Bündnissysteme und internationale Organisationen
- NATO: 1949 gründeten die USA ein gegenseitiges Verteidigungsbündnis, die North Atlantic Treaty Organization.
- Warschauer Pakt: 1955 schloss sich die UdSSR mit osteuropäischen Ländern zusammen.
- UN: Die Vereinten Nationen wurden 1945 von 51 Ländern gegründet (Hauptsitz in New York).
- Menschenrechte: 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet, die Gleichheit unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht oder Sprache verkündete.
Die Teilung Deutschlands und globale Konflikte
Der Eiserne Vorhang teilte Deutschland in zwei Zonen: eine westliche (USA, Großbritannien, Frankreich) und eine östliche (Sowjetunion). 1949 entstanden zwei separate Staaten: die prowestliche Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik mit kommunistischem System.
Auch Korea wurde am 38. Breitengrad geteilt. Nach dem Angriff Nordkoreas auf Südkorea 1950 intervenierten die USA gemäß der Truman-Doktrin. Weitere Krisenpunkte waren:
- Suez-Krise (1956): Nach der Verstaatlichung des Suezkanals durch Nasser intervenierten England und Frankreich. Die UdSSR drohte mit dem Einsatz von Atomwaffen.
- Kubakrise (1962): Nach der Revolution durch Fidel Castro (1959) entdeckten die USA sowjetische Raketenbasen auf Kuba, woraufhin Kennedy eine Blockade verhängte.
- Vietnamkrieg: Nach dem Sieg von Ho Chi Minh über die Franzosen (1953) wurde Vietnam geteilt. Der Krieg gegen die USA endete 1973 mit deren Rückzug; 1975 wurde Vietnam vereinigt.
Die Evolution des kommunistischen Blocks
In China rief Mao Zedong 1949 nach einem Bürgerkrieg die Volksrepublik China aus, während die Nationalisten nach Taiwan flohen. Osteuropäische Länder entwickelten unterschiedliche Modelle:
- Eigene Wege: Albanien und Rumänien wählten eigene Modelle, Jugoslawien verfolgte einen unabhängigen Kurs.
- Widerstand: In Ungarn und der Tschechoslowakei kam es zu Volksbewegungen gegen die sowjetische Vorherrschaft.
- Polen: Hier formierte sich eine radikale Opposition aus Arbeitern, Intellektuellen und der Kirche.
Krise des sowjetischen Modells
Nach Stalins Tod folgten Chruschtschow und Breschnew. Während Chruschtschow eine gewisse Offenheit versuchte, kehrte Breschnew zur orthodoxen Linie zurück. In den 1960er Jahren stagnierte das industrielle Wachstum, der Lebensstandard sank und die Landwirtschaft verschlechterte sich.
Michail Gorbatschow leitete schließlich mit zwei Begriffen die Wende ein:
- Glasnost (Offenheit): Transparenz sowie Rede- und Pressefreiheit.
- Perestroika (Umbau): Radikale politische Reformen, einseitige Abrüstung und Demokratisierung.
Der Versuch, die UdSSR in eine föderale Struktur umzuwandeln, scheiterte und führte zum Putsch im August 1991. Mit Gorbatschows Rücktritt Ende 1991, der Auflösung der KPdSU durch Jelzin und dem Zerfall der Sowjetunion endete die Ära des Kalten Krieges.