Kandinskys Komposition IV: Meilenstein der Abstraktion
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Wassily Kandinsky und die "Komposition IV"
Wassily Kandinsky gilt als der Vater der abstrakten Kunst. Sein Meisterwerk Komposition IV gehört bereits zu einer Serie von völlig abstrakten Werken.
Der Stil: Ein Kampf der Bildelemente
Der Stil des Bildes stellt einen abstrakten Kampf dar. Das ursprüngliche Thema – ein Kampf zwischen Rittern in einer Landschaft – weicht einem rein bildnerischen Konflikt zwischen den einzelnen Elementen. Es konfrontiert leuchtendes Gelb mit tiefem Blau sowie gerade mit geschwungenen Linien.
In dieser ersten Phase der Abstraktion sind semantische Elemente zwar noch erkennbar, doch tendieren die Methoden dazu, kontrastreiche Farben in einer flüssigen Form mit aufgelösten Konturen darzustellen. Kandinskys Bilder sind eine wahre Symphonie der Farben von aufregender Schönheit, die tiefe Emotionen übertragen.
Punkt und Linie zur Erweckung des Bildes
Der entscheidende Punkt für Kandinsky war die Bewegung:
- Der Punkt: Die ursprüngliche Zelle, in Ruhe und leblos.
- Die Linie: Die Spur des Punktes, sobald er sich in Bewegung setzt und zum Leben erwacht.
Das Werk ist von einer Szene aus einem Märchen inspiriert. In der Mitte erscheint ein blauer Berg, der von der Silhouette einer Burg gekrönt wird. Auf der linken Seite ist der Kampf von Rittern mit Lanzen zu erkennen. Kandinsky betonte, dass seine Bilder trotz der Abstraktion einen narrativen Charakter bewahren sollten. Die Geschichte wird hier zu einem Konflikt zwischen abstrakten Elementen: auffallendem Gelb und Blau sowie Kurven und Winkeln.
Der Weg zur reinen Abstraktion
Das erste rein abstrakte Gemälde der Kunstgeschichte ist das "Erste abstrakte Aquarell" von Kandinsky. Von dieser Zeit an begann er, abstrakte Gemälde zu malen, die von Dynamik und Emotionen dominiert werden.
In seiner ersten Phase ließ er sich von folgenden Einflüssen inspirieren:
- Den Werken von Paul Gauguin und Vincent van Gogh
- Den farbenprächtigen Glasfenstern von Kirchen
- Dem Fauvismus
Er arbeitete spontan, um abstrakte Kompositionen zu schaffen, die auf Bildern von Landschaften, Legenden und biblischen Themen basieren.
Kandinskys Werkgruppen (1910–1914)
Zwischen 1910 und 1914 schuf Kandinsky drei wesentliche Kategorien von Werken:
- Improvisationen: Diese entstanden spontan aus der Notwendigkeit einer inneren Gesetzmäßigkeit heraus.
- Kompositionen: Diese Leinwände wurden von ihm langsam, bewusst und systematisch vorbereitet.
- Impressionen: In diesen Werken lässt sich im Gegensatz zu den anderen Kategorien noch ein direkter Bezug zu externen Objekten der Realität entdecken.
Kandinsky mischte in seinen Werken verschiedene Stile, insbesondere in seiner frühen Schaffensperiode.
Die Künstlergruppe "Der Blaue Reiter"
Im Jahr 1911 gründete Kandinsky die expressionistische Künstlerbewegung Der Blaue Reiter. Das erklärte Ziel war es, das Kunstwerk von seiner rein fiktiven Wiedergabefunktion zu emanzipieren. Es wurde eine neue Bildsprache gesucht, die es dem Betrachter ermöglicht, direkt und emotional mit der Malerei zu kommunizieren.
Das Bild sollte unabhängig existieren und die Verbindungskette zwischen dem Künstler und dem Betrachter schließen. Kandinsky konzipierte die Kunst der Malerei als das am besten geeignete Mittel zur Übertragung einer tiefen, spirituellen Botschaft.