Kants Erkenntnistheorie: Metaphysik als Wissenschaft
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Zusammenfassung der kantischen Philosophie
1. Die Problematik der Metaphysik
Metaphysisches und spekulatives Wissen beruht nicht auf Erfahrung und wurde daher bisher nicht als Wissenschaft entwickelt. Die Metaphysik stützt sich auf die Vernunft und sucht Erkenntnisse a priori. Bisher ist es der Metaphysik nicht gelungen, den Status einer Wissenschaft zu erreichen, da sie keine definitiven Aussagen treffen konnte.
2. Kants kopernikanische Wende
Kant stellt die Frage, ob Metaphysik als Wissenschaft möglich ist. Da wir eine natürliche Tendenz zur Metaphysik haben, ohne bisher zu Ergebnissen gekommen zu sein, schlussfolgert er, dass wir unsere Herangehensweise ändern müssen, um bessere Resultate zu erzielen.
3. Die methodische Neuausrichtung
Kant schlug vor, die Methode der Mathematik und Physik zu imitieren. Er stellte die Hypothese auf, dass nicht das erkennende Subjekt sich dem Objekt anpasst, sondern das Objekt sich dem Subjekt. Nur so können wir Erkenntnisse a priori gewinnen.
Theorie der Erkenntnis
Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen auf Bedingungen beruhen, die allgemein gültig und notwendig sind. Diese werden als transzendentale Bedingungen bezeichnet, da sie die menschliche Erkenntnis erst ermöglichen.
- Synthetische Urteile a priori: Diese sind universell, notwendig und unabhängig von der Erfahrung.
- Struktur des Wissens: Wissen ist die Synthese aus den a priori gegebenen Strukturen des Subjekts und der sinnlichen Erfahrung.
Die Erkenntnisvermögen
Kant unterscheidet drei Bereiche:
- Transzendentale Ästhetik: Untersuchung der Sinnlichkeit. Raum und Zeit sind die reinen Formen der Anschauung. Sie sind Bedingungen der Erfahrung und haben empirische Realität, sind aber zugleich Formen des Subjekts (transzendentaler Idealismus).
- Transzendentale Analytik: Untersuchung des Verstandes und der reinen Verstandesbegriffe (Kategorien).
- Dialektik: Untersuchung der Vernunft.
Die Rolle der Kategorien
Die reinen Verstandesbegriffe (Kategorien) haben eine synthetische Funktion. Die Entdeckung dieser Begriffe aus der logischen Klassifizierung der Urteile nennt Kant die metaphysische Deduktion. Die Begründung ihrer Rolle für das Wissen ist die transzendentale Deduktion. Ein Objekt der Erkenntnis entsteht erst durch die Verbindung von Kategorien und Phänomenen.
Phänomen und Noumenon
Wissenschaftliches Wissen ist universell und notwendig, bezieht sich jedoch nur auf Phänomene (Erscheinungen in Raum und Zeit). Was außerhalb der sinnlichen Beziehung liegt, ist das Ding an sich, das Noumenon. Dieses kann zwar gedacht, aber nicht erkannt werden.
Fazit
Wissenschaft ist nur als Wissenschaft der Phänomene möglich. Sie basiert auf synthetischen Urteilen a priori, da das erkennende Subjekt aktiv an der Konstitution des Wissens durch reine Formen (Raum und Zeit) und Kategorien beteiligt ist.