Kants Ethik: Freiheit, Pflicht und der Kategorische Imperativ

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Das Problem der Freiheit in der Philosophie

Das Problem der Freiheit wird in der theoretischen Philosophie als Widerspruch dargestellt. Die Wahl zwischen Freiheit und Determinismus stellt sich erneut in der praktischen Freiheit. Der Grund für die Opposition ist die Unterwerfung unter Gesetze, wobei diese Freiheit nur in anderen Menschen existiert. Wir sind Zeugen einer versuchten rationalen Begründung moralischer Normen.

Die Vernunft kann ihre eigenen Gesetze des Handelns auf zwei Arten festlegen: als formale Ethik oder als materiale Ethik.

Nachteile der materialen Ethik

Die materiale Ethik besagt, dass ethisches Verhalten davon abhängt, was als das höchste Gut angesehen wird. Sobald dieses höchste Gut definiert ist, schlägt sie Regeln vor, um dieses Ziel zu erreichen. Für Kant hat diese Art der Ethik mehrere Nachteile:

  • Sie sind empirisch oder a posteriori.
  • Ihre Gebote sind hypothetisch und erscheinen als Mittel zum Zweck, abhängig von den Umständen (Beispiel: „Wenn du nicht dick werden willst, iss keine Süßigkeiten.“ Was passiert, wenn man sich nicht um Gewichtszunahme sorgt?).
  • Sie besitzen keine universelle Gültigkeit.

Der Kategorische Imperativ

Aus diesen Gründen versucht Kant, eine ethische Theorie zu begründen, die a priori, universell, notwendig und unabhängig von aller Erfahrung ist – eine formale Ethik. Das Problem ist nun: Wie kann die Vernunft sich ihre eigenen Gesetze geben? Kant antwortet mit dem Kategorischen Imperativ, der unter allen Bedingungen gilt. Er formuliert ihn wie folgt:

  1. Handle so, dass du wollen kannst, dass dein Handlungsprinzip ein allgemeines Gesetz wird.
  2. Handle so, dass du die Menschheit jederzeit zugleich als Zweck und niemals bloß als Mittel behandelst.

Der Begriff der Pflicht in Kants Ethik

Kants Ethik basiert auf der Pflicht und nicht auf einem subjektiven Ziel. Sie entfernt jede subjektive Sichtweise; nicht das Ergebnis einer Handlung bestimmt ihren moralischen Wert, sondern die Absicht, aus der sie hervorgeht. Die formale Ethik schreibt nicht vor, was wir tun sollen, sondern wie wir handeln müssen.

  • Nach Kant handeln wir nur dann moralisch, wenn wir aus Pflicht handeln. Pflicht ist die Notwendigkeit einer Handlung aus Achtung vor dem Gesetz.
  • Kant unterscheidet zwischen Handlungen pflichtgemäß und Handlungen aus Pflicht. Nur Letztere besitzen moralischen Wert.
  • Eine Handlung aus Pflicht ist kein Mittel zum Zweck, sondern muss um ihrer selbst willen getan werden.
  • Der moralische Wert einer Handlung hängt nicht vom erreichten Ziel ab, sondern von der Übereinstimmung der Absicht mit dem moralischen Gesetz.

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