Kants Transzendentale Dialektik und Metaphysikkritik

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Die Transzendentale Dialektik

Die Vernunft ist die „höchste Einheit des Denkens“. Sie ist der Erreichung immer größerer Einheiten gewidmet, von den kleinsten Elementen bis hin zur höchsten Synthese des Denkens. Über diesen Prozess hinausgehend, werden Bedingungen gesucht, die ihn rechtfertigen. Es kommt ein Punkt, an dem eine unbedingte Sache erreicht wird: die absolute Bedingung.

Die drei Ideen der reinen Vernunft

Kant fordert die „drei Vorstellungen der Vernunft“. Dies sind reine a priori Ideen, die nicht aus der Erfahrung gelernt werden können:

  • Seele: Die Bedingung für alle unsere Erfahrungen; eine Erfindung der menschlichen Vernunft.
  • Welt: Sie umfasst alles, was außerhalb unserer Seele existiert.
  • Gott: Er steht im Mittelpunkt der vorangegangenen Synthese.

Alle diese Ideen sind Erfindungen des Geistes, illusionistisch und kein wahres Wissen, sondern das Ergebnis mentalen Verhaltens, da Wissen nicht auf das materielle Element zugreifen kann.

Die Unmöglichkeit der Metaphysik als Wissenschaft

Kant erklärt die Unmöglichkeit einer Metaphysik als Wissenschaft. Die Kritik richtet sich gegen die Metaphysik von Christian Wolff, die in drei Teile unterteilt war:

  1. Rationale Psychologie: (Seele)
  2. Rationale Kosmologie: (Welt)
  3. Rationale Theologie: (Gott)

Kritik der rationalen Psychologie

Kant studiert die Psychologie Wolffs und tadelt „Fehlschlüsse“. Dies sind falsche Argumente, die zunächst wahr erscheinen. Der Fehler liegt in der Anwendung der Kategorien auf eine Idee, die selbst nur erfunden ist und nicht a priori durch eine Kategorie bestimmt werden kann.

Kritik der rationalen Kosmologie

Die rationale Kosmologie entdeckt vier Antinomien, also widersprüchliche Argumente über die Welt. Der Grund für dieses Versagen liegt darin, Noumena fälschlicherweise als a priori Formen der Sinnlichkeit (Raum und Zeit) zu betrachten.

Kritik der rationalen Theologie

In der rationalen Theologie werden Beweise zerlegt, die die Existenz Gottes durch die Beobachtung der Natur zeigen wollen. Kant unterscheidet zwischen natürlichen und unnatürlichen Argumenten:

  • Natürliche Argumente:
    • Kosmologisch: Zeigt die Existenz Gottes durch die Beobachtung der Natur.
    • Teleologisch: In der Natur gibt es eine von Gott konstruierte Ordnung, die leicht zu beobachten ist.

Diese Argumente sind falsch, da Kant das Prinzip der Kausalität hier falsch angewendet sieht. Kausalität dient nur dazu, Phänomene zu erkennen, und kann nicht auf ein angebliches Noumenon wie Gott übertragen werden.

  • Unnatürliches ontologisches Argument:

    „Gott existiert, weil man sich nichts Größeres vorstellen kann.“ Nach Kant ist dies falsch, da es logische Sprünge in der ontologischen Ordnung macht. Er verdeutlicht dies: „Nur weil ich mir eine Tasche mit Geld vorstelle, bedeutet das nicht, dass die Person tatsächlich Geld besitzt.“

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