Kants Transzendentaler Idealismus: Eine Einführung
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Kants Transzendentaler Idealismus und die Erkenntnistheorie
Im Vorwort zur 2. Auflage der Kritik der reinen Vernunft (1787) vertrat Immanuel Kant die Ansicht, dass die Wissenschaft das Modell des Wissens sei. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen demnach Schlussfolgerungen durch eine wissenschaftliche Methode erreichen. Wir müssen versuchen, die A-priori-Bedingungen der Vernunft zu ergründen, denn wissenschaftliche Erkenntnisse stützen sich auf die Bedingungen des Subjekts und nicht auf die Bedingungen des Objekts.
Die Theorie der Sinnlichkeit
Die Theorie der Sinnlichkeit untersucht die vernünftigen Bedingungen der Erkenntnis: Raum und Zeit. Damit allgemeines sinnliches Wissen entstehen kann, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Raum und Zeit. Diese sind A-priori-Formen der Sinnlichkeit.
Die Kopernikanische Wende
Deshalb muss sich nicht das Subjekt dem Objekt anpassen, um es zu erkennen, sondern das Objekt passt sich der Art und Weise an, wie das Subjekt erkennt. Dies bezeichnet Kant als die „Kopernikanische Wende“.
Möglichkeiten für Mathematik und Wissenschaft
Die Möglichkeit der Mathematik als Wissenschaft liegt in ihrer Fähigkeit, synthetische Urteile a priori zu bilden. Die Urteile der Mathematik sind universell und notwendig.
Verstand und Begriffsbildung
Verstand ist das Vermögen des Denkens: Man denkt in Objekten (Begriffsbildung). Die Funktion des Verstandes wird durch Begriffe erreicht. Die Anschauung der Phänomene ohne Begriffe ist blind; sie müssen auf ein Konzept bezogen werden. Der Verstand wendet spontan diese reinen Begriffe oder Kategorien auf die Phänomene an.
Die Bedeutung der Kategorien liegt darin, das A-priori-Element zu sein, durch welches der Geist erkennt. Dieses Wissen bezieht sich auf Phänomene. Reine Begriffe oder Kategorien müssen jedoch durch die Kenntnis sinnlicher Daten „ausgefüllt“ werden.
Der Transzendentale Idealismus
Kants Philosophie wird als transzendentaler Idealismus bezeichnet:
- Idealismus: Weil wir die Dinge nicht so erkennen, wie sie „an sich“ sind, sondern das Subjekt das erkannte Objekt konstruiert.
- Transzendental: Weil die Bedingungen des Wissens unabhängig von der Erfahrung (a priori) sind.
Daher ist unser Wissen auf das Phänomen beschränkt. Das „Ding an sich“ kann zwar gedacht werden, bleibt aber unerkennbar, da alles, was außerhalb der Erfahrung liegt, dem Wissen nicht zugänglich ist.