Karl Marx: Die Theorie der Entfremdung

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Marx' These von der Entfremdung des Menschen in der kapitalistischen Gesellschaft besagt, dass diese Entfremdung überwunden werden muss. Die Bedeutung des Wortes Entfremdung umfasst dabei Entfremdung, Demütigung und sogar Verdinglichung.

Die Rolle der Arbeit

Im historischen Materialismus ist die Arbeit die wichtigste Quelle der Humanisierung. Doch der Kapitalismus entfremdet den Arbeitnehmer: Er vergiftet seine Tätigkeit, demütigt ihn und drückt ihn in den Status eines Objekts, einer Sache oder einer Ware herab. Durch die Arbeit des Arbeitnehmers entsteht der Wert der Ware, ein Mehrwert, der das Objekt selbst zur Ware macht.

Entfremdung auf beiden Seiten

Die Entfremdung betrifft auch die Kapitalisten, die dem Gesetz von Angebot und Nachfrage unterliegen, gezwungen sind zu konkurrieren und wiederum andere auszubeuten.

Die entfremdete Arbeit

Seit 1844 verurteilte Marx die Situation der "entfremdeten Arbeit" in den Ökonomisch-philosophischen Manuskripten und stellte fest:

"Der Arbeiter wird ärmer, je mehr Reichtum er produziert... er wird eine umso wohlfeilere Ware, je mehr Güter er schafft."

Die Arbeit in der kapitalistischen Gesellschaft ist völlig entfremdend und entwürdigt den Mitarbeiter, anstatt ihn zu fördern. Aus diesem Grund sah Marx die ökonomische Entfremdung als die wichtigste Form an.

  • Der Arbeitnehmer investiert sein Leben und seine Energie in seine Arbeit.
  • Dies erhöht den Wert des Kapitals durch den sogenannten "Mehrwert".
  • Dieser Wertzuwachs landet in den Händen der Kapitalisten.
  • Je mehr der Arbeiter verarmt, desto reicher wird der Kapitalist, was zu wachsender Ungleichheit führt.

Weitere Formen der Entfremdung

Die wirtschaftliche Entfremdung wird durch rechtliche, politische, moralische und religiöse Faktoren verstärkt:

Rechtliche und politische Entfremdung

Das Recht begünstigt die herrschenden Klassen gegenüber der Arbeiterklasse.

Moralische Entfremdung

Die moralische Entfremdung rechtfertigt bürgerliche Werte wie den Respekt vor dem Privateigentum und die Verteidigung des "ehrlichen Mannes", wodurch die Gesetze selbst gegen die Arbeiter genutzt werden.

Religiöse Entfremdung

In der religiösen Entfremdung wird dem Mitarbeiter ewiger Rücktritt und Liebe gepredigt, mit dem Versprechen, dass das Leid in diesem Leben im Jenseits belohnt wird. Religion wirkt hier wie ein Suchtstoff, der den Arbeitnehmer daran hindert, Ungerechtigkeiten zu erkennen und für seine Rechte zu kämpfen. Religion ist kein Teil des menschlichen Wesens, sondern eng mit den gesellschaftlichen Überbauten verknüpft, die soziale Ungerechtigkeit im Namen der Rettung im Jenseits aufrechterhalten. Religion ist somit eine verzerrte Lebensweise.

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