Karl V. und Philipp II.: Das spanische Weltreich
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Karl I. von Spanien und das Erbe der Habsburger
1) Karl I. von Spanien (Karl V. im Heiligen Römischen Reich) erhielt ein gewaltiges Erbe:
- Mütterliches Erbe (Johanna von Kastilien): Das Königreich Spanien, Navarra, die Krone von Aragonien sowie die italienischen Gebiete und die Übersee-Territorien in Amerika.
- Väterliches Erbe (Philipp der Schöne): Die Niederlande, Luxemburg und die Freigrafschaft Burgund (Franche-Comté).
Als sein Großvater Maximilian I. von Österreich starb, erhielt er zudem die habsburgischen Besitzungen in Deutschland und den Titel des Kaisers. Karl wurde in Flandern erzogen und sprach anfangs kein Spanisch. Im Jahre 1520 reiste er nach Deutschland, während in Spanien das Unbehagen der Bevölkerung wuchs und verschiedene Aufstände ausbrachen.
Der Comuneros-Aufstand (Aufstand der Gemeinschaften) fand in mehreren Städten Spaniens als Protest von Adligen, Kaufleuten und Handwerkern gegen die Wirtschaftspolitik und die mangelnde Achtung der Gesetze des Reiches statt. Die Armee der Comuneros wurde schließlich besiegt. Parallel dazu brachen in der Krone von Aragonien die Germanías aus. Dies war ein Aufstand von Bauern und Handwerkern, die Zugang zu städtischen Ämtern forderten. Karl schloss eine Allianz mit dem Adel, der 1523 siegte. Zudem stand Spanien im Konflikt mit Frankreich und gewann 1525 die Schlacht von Pavia.
Philipp II. und die Festigung der Macht
2) Zwei Jahre vor seinem Tod dankte Karl ab und übergab die Herrschaft an seinen Sohn Philipp II. Im Gegensatz zu seinem Vater regierte der König persönlich von Madrid aus, das 1561 zur Hauptstadt des Reiches wurde. Die königliche Macht wurde gestärkt und die Zentralisierung vorangetrieben. Philipp übernahm den Geist der Gegenreformation und den Kampf gegen den Protestantismus. Um dessen Verbreitung in Spanien zu verhindern, verbot er den Import von Büchern und das Studium im Ausland. Die Existenz vieler Konvertiten führte zu verstärkter religiöser Verfolgung und einer Machtsteigerung der Inquisition.
Militärisch besiegte er die Franzosen in der Schlacht von Saint-Quentin. Um die muslimische Expansion im Mittelmeer zu stoppen, organisierte er eine Flotte, welche die Türken in der Schlacht von Lepanto besiegte. Gegen England entsandte er die Armada Invencible (Unbesiegbare Flotte). Ein bedeutender Erfolg seiner Außenpolitik war zudem die Annexion von Portugal, die aus den dynastischen Ehen zwischen den beiden Königshäusern resultierte.