Katalanische Literatur des 20. Jahrhunderts
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Martí Pol (1929–2003)
Ein Dichter, der in einer Fabrik arbeitete und trotz seiner Multiplen Sklerose ein bedeutendes Werk schuf. Seine Arbeit entwickelte sich von einer realistischen Darstellung der Arbeiterklasse hin zu einer tiefen Introspektion über Tod, Einsamkeit und den Sinn des Lebens. Wichtige Werke: Zwanzig sieben Mal, Drei Gedichte in der Haut, Verletzung und Reisebuch.
Mercè Rodoreda (1908–1983)
Eine bedeutende Erzählerin der Nachkriegszeit. Nach dem Exil in Frankreich und der Schweiz prägte sie die europäische Literatur durch eine innovative Symbolik. Ihr bekanntestes Werk ist Das quadratische Diamant (1962), das das Leben von Natàlia im Stadtviertel Gràcia während des Krieges schildert.
Salvador Espriu (1913–1985)
Dichter und Dramatiker der Nachkriegszeit. Seine zentralen Themen sind der Tod als tragisches Schicksal und die Zerstörung. Zu seinen Hauptwerken zählen die Gedichtbände Sinera Friedhof, Stunde, mein Tod und Der Wanderweg der Mauer sowie die Theaterstücke Geschichte von Esther und Antigona.
Quim Monzó (*1952)
Gegenwärtiger Autor von Kurzgeschichten, Romanen und Zeitungsartikeln. Er ist zudem als Grafikdesigner und Übersetzer tätig. Beeinflusst von ausländischen Autoren, zeichnen sich seine Werke durch ein schockierendes Porträt der Gesellschaft aus. Bekannte Werke: Benzin, Das Ausmaß der Tragödie, Uf, sagte er, Maians Insel und die Sammlung Tausend Idioten.
Jordi Coca (*1941)
Gegenwärtiger Autor, dessen Werk, darunter Romane wie Einer jener Sommer und Engelgesicht, einen deutlichen Einfluss orientalischer Poesie aufweist.
Joan Margarit (1938–2021)
Architekt und Dichter, der ab 1981 auf Katalanisch schrieb. Seine Inspiration schöpft er aus persönlichen Erfahrungen, insbesondere dem Verlust seiner Tochter Anna und der langen Krankheit seiner anderen Tochter.
Joan Perucho (1920–2003)
Schriftsteller, Dichter und Kunstkritiker. Beeinflusst vom Surrealismus, wandte er sich 1956 der fantastischen Literatur zu. Sein Stil verbindet Fantasie und Erinnerung.
Joan Brossa (1919–1998)
Ein Pionier der experimentellen Poesie. Sein Schaffen umfasst traditionelle Strophen, visuelle Poesie, Dramen und Drehbücher. Sein Werk gliedert sich in drei Phasen: den Surrealismus, eine politisch engagierte Phase mit ironischen Botschaften und die experimentelle visuelle Poesie der 60er Jahre.
Sergi Pàmies (*1960)
Journalist und Schriftsteller. Zu seinen Werken zählen Der erste Schritt, Instinkte und Gefühle sowie Der große Roman über Barcelona. In Wenn du eine Zitrone ohne Gesicht isst nutzt er die Zitrone als Metapher für den Alltag.
Joaquim Amat-Piniella (1913–1974)
Vertreter der realistischen Nachkriegsliteratur. Als Überlebender eines Nazi-Konzentrationslagers schrieb er KL Reich (1945), ein ergreifendes Zeugnis des Grauens.