Katalanische Literatur: Avantgarde und Noucentisme

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Avantgardismus in der katalanischen Literatur

Der Avantgardismus wird durch Autoren vertreten, die eine kritische Position einnehmen und den Kampf gegen die zunehmende Spannung zwischen Bourgeoisie und Arbeiterklasse sowie die Folgen des Ersten Weltkriegs thematisieren. Aufgrund ihres Wunsches, neue Ausdrucksformen zu finden und bestehende Normen zu zerstören, wurden sie oft als Provokateure eingestuft. Ein bedeutendes Beispiel ist Joan Salvat-Papasseit.

Joan Salvat-Papasseit (1894–1924)

Geboren in einer einfachen proletarischen Familie und früh verwaist, spiegeln seine Gedichte die Liebe und das reale Leben der Menschen wider. Er erlebte soziale Ungerechtigkeit hautnah. Als autodidaktischer Schriftsteller und rebellischer Geist war er einer der führenden Dichter seiner Zeit und verfasste zudem zahlreiche gesellschaftskritische Artikel. Er sympathisierte mit anarchistischen und sozialistischen Strömungen. Sein Stil kontrastiert die energetische Lebensfreude mit der durch gesundheitliche Probleme erzwungenen Ruhe. Bekanntes Werk: Poemes en ondes hertzianes (1923).

Existenzialismus und Dichtung (1913–1985)

Die Notwendigkeit der Reflexion über den Tod und die Erinnerung sind zentrale Merkmale dieser Dichtung. Nach dem Bürgerkrieg prägte die Erfahrung des Konflikts das Werk. Die Autoren drückten den Traum von Freiheit, Koexistenz und Frieden aus. Die poetische Ausrichtung war geprägt von sozialem Denken und politischem Engagement.

Noucentisme: Kultur und Politik

Der Noucentisme war eine kulturelle und politische Bewegung in Katalonien, die etwa 1906 mit der Solidaritat Catalana begann und 1923 mit dem Staatsstreich von Miguel Primo de Rivera endete. Die Bewegung förderte den Aufbau eines Netzwerks aus Bibliotheken, Museen und Verlagen. Sie war eine gemäßigte Reaktion auf die Moderne und wurde maßgeblich durch die Glossen von Eugeni d'Ors geprägt.

Kernmerkmale des Noucentisme

  • Klassizismus: Harmonie, Gleichgewicht und emotionale Zurückhaltung.
  • Mediterranismus: Helles Licht, klare Farben und die Harmonie zwischen Natur und Mensch.
  • Civilisme: Fokus auf Kultur, gute Manieren und die zivilisierte Stadt.
  • Arbitrismus: Der Dichter unterwirft sich nur seiner Kunst.

Wichtige Vertreter

Die bedeutendsten Autoren dieser Zeit sind Josep Carner und Eugenio d'Ors.

Josep Carner (1884–1970)

Carner war ein faszinierender Beobachter des Lebens und der Nuancen menschlichen Verhaltens. Er übersetzte komplexe Sachverhalte in verständliche, musikalische und rhythmische Worte. Er nutzte Formen der traditionellen Literatur meisterhaft und bereicherte die katalanische Sprache erheblich.

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