Katalanische Poesie: Von der Moderne zu Martí i Pol

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A Die Entwicklung der katalanischen Poesie ab den 70ern

Anfang der 70er Jahre wurde die Arbeit von Foix wieder aufgegriffen. Es wurden zwei Bücher von entscheidender Bedeutung für die Überwindung des Realismus veröffentlicht, welche die katalanische Poesie veränderten: Els miralls (Die Spiegel) von Pere Gimferrer und die Poesie von Joan Brossa. In Valencia erschienen neue Werke von Joan Salvador Navarro Jàfer. Die Anthologie von Amadeu Fabregat (Carn fresca / Frischfleisch) fasste diesen Richtungswechsel zusammen, der sich vom vorherrschenden Realismus abwandte.

Merkmale der nicht-realistischen Poesie

Die Poesie, die in diesen Jahren dominant wurde, zeichnete sich durch folgende Merkmale aus:

  • Praktiken der Rebellion: Anschluss an Schreibpraktiken, die die Poesie des 20. Jahrhunderts prägten. Die Poesie wird als freischaffende Rede betrachtet.
  • Das dichterische Wort: Es wird nicht mehr nur zum Erzählen genutzt, sondern dient der Evokation – innovativ und mehrdeutig.
  • Subjektivität: Die Poesie wurde wieder zum Forschungsinstrument des Dichters. Das Gedicht hörte auf, transparent (diaphan) zu sein, und wurde komplexer („hermetisch“).
  • Neue Argumente: Dichter nutzen innovative Gesichtspunkte, fordern Dissidenz und brechen mit traditionellen kulturellen Werten, Familie und Gesellschaft.

Während der 80er Jahre blieben die Parameter weitgehend gleich. Die Dichter bauten eine Sicht der Wirklichkeit aus dem „Ich“ auf, ergänzt durch persönliche Erfahrungen; Poesie wurde als Ausdruck der Privatsphäre konzipiert. Es entstand eine subjektive Natur der erzählenden Dichtung, die Alltagsprobleme wie Identität, Beziehungen und Erotik behandelte. In den 90er Jahren trat die Idee des kollektiven Gedächtnisses zurück; die Tendenz ging hin zu Autobiografie und Intimität. Man beobachtete eine Rücknahme der Rede: Gedichte wurden kürzer, weniger emphatisch, intimer und weniger heftig anspielend.

Miquel Martí i Pol: Leben und Werk

Miquel Martí i Pol wurde in eine Arbeiterfamilie geboren. Aufgrund der prekären wirtschaftlichen Situation der Familie begann er im Alter von 14 Jahren als Buchhalter zu arbeiten. Ab 1972 war er jedoch durch Multiple Sklerose gesundheitlich eingeschränkt. In den späten 50er Jahren war er Teil des wegweisenden Nova Cançó als Songwriter. Politisch war er in der PSUC aktiv und Mitglied der Versammlung von Katalonien.

Die Qualität seiner Gedichte ist nicht ohne seine Verpflichtung gegenüber den Arbeitsbedingungen und seiner Krankheit zu verstehen. Die Poesie von Martí i Pol ist autobiografisch geprägt und kann in mehrere Phasen eingeteilt werden:

  • 27 Gedichte: Diese Phase ist geprägt von seiner Krankheit sowie von Themen wie Einsamkeit, Angst und der Gegenwart des Todes.
  • Jenseits dieses Stadiums: Werke wie Estimada Marta (Liebe Martha) oder L'àmbit de tots els àmbits (Der Bereich aller Bereiche) zeigen Optimismus und ein Engagement für das Leben und die Zukunft.
  • Die 90er Jahre: Hier präsentiert die Poesie eine neue Wendung, definiert durch Verwirrung, Enttäuschung und Unsicherheit, wie zum Beispiel im Llibre de les solituds (Buch der Einsamkeiten).

Sein Engagement für das Leben baute auf drei wichtigen menschlichen Werten auf: Ehrlichkeit, Authentizität und Solidarität. Miquel Martí i Pol ist der meistgelesene Dichter Kataloniens der letzten Jahrzehnte. Sein Ton machte ihn beim breiten Publikum populär, auch ohne die Unterstützung akademischer Institutionen. Seine ständigen Bezüge zur sozialen und nationalen Identität Kataloniens führten dazu, dass viele seiner Gedichte von Politikern zitiert oder vertont wurden, was seine Popularität weiter steigerte. Er war einer unserer preisgekrönten Dichter und erhielt unter anderem den Nationalen Literaturpreis und den Premi d'Honor de les Lletres Catalanes.

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