Die Kirche im Frühmittelalter: Germanen, Byzanz und Islam

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1. Germanen und Christen im Reich

Im fünften Jahrhundert wurden den germanischen Völkern Regionen zugeteilt, nach dem Ende des römischen Kaisers Romulus Augustulus. Drei Umstände prägten diese Zeit: die Treue zum katholischen Glauben, die christliche Durchdringung der Barbaren und das Fortbestehen kaiserlicher Strukturen im Westen. Sie bewahrten die Gebiete, den Vorrang der zentralen Einheit und eine bemerkenswerte moralische Ordnung.

1.2 Bekehrung der germanischen Völker

Die Kirche stand vor Herausforderungen: Neue Völker mit eigener Kultur und anderen moralischen Standards erforderten eine neue Form der Katechese und Evangelisierung. Die Germanen bekannten sich zunächst zum arianischen Glauben, doch ihre Evangelisierung verlief schnell und effektiv:

  • 496: Taufe des Frankenkönigs Chlodwig.
  • Hispania: Bekehrung der Burgunder, Sueben und Westgoten (Drittes Konzil von Toledo 589 unter König Rekkared).
  • 6./7. Jahrhundert: Bekehrung der Angeln und Sachsen.

2. Die Kirche in germanischen Gebieten

Die kirchliche Struktur wirkte den zentrifugalen Kräften entgegen. Die Besetzung neuer Gebiete und die Entvölkerung führten zum Verschwinden vieler Diözesen, machten aber auch die Neugründung und Evangelisierung erforderlich.

2.1 Missionsstaaten

Die Mission wurde durch das Frankenreich unter Karl Martell und Pippin dem Jüngeren (König ab 751) gefördert. Durch die Unterstützung des Papstes und die Gründung des Kirchenstaates konnte der Papst seine territoriale Unabhängigkeit sichern.

2.2 Karl der Große

Mit seiner Krönung zum Kaiser erreichte das westliche Kaisertum seinen Höhepunkt. Sein Ziel war die Ordnung der christlichen Kirche und der Politik.

3. Westen und Osten

Der Sitz in Konstantinopel bewahrte die imperiale Stabilität. Ökumenische Konzilien und kaiserliche Garnisonen festigten die Macht. Unter Justinian (6. Jh.) erlebte das Byzantinische Reich eine Blütezeit, in der prachtvolle Tempel wie die Hagia Sophia erbaut wurden.

3.1 Missionierung im Osten

Im 7. Jahrhundert litt Byzanz unter Angriffen. Die Brüder Kyrill und Methodius entwickelten die kyrillische Schrift und übersetzten die Bibel, was zur Christianisierung der Slawen und der Taufe von Kiew (Wladimir, 987) führte.

3.2 Die Invasion des Islam

Die Ausbreitung des Islam verlief schnell: Zwischen 634 und 642 wurden Palästina, Syrien, Mesopotamien, Ägypten, Sizilien und Süditalien erobert. Im Jahr 711 wurde Gibraltar überquert und Hispania besetzt, bis Karl Martell den Vormarsch in Frankreich stoppte. Christen unter islamischer Herrschaft mussten eine Religionssteuer zahlen; viele Kirchen wurden in Moscheen umgewandelt.

4. Germanische und byzantinische Kunst

Die künstlerischen Ausdrucksformen waren heterogen (Westgoten, Merowinger, Langobarden). Besonders verbreitet war die Goldschmiedekunst und die Darstellung Christi in Majestät.

Byzantinische Kunst

Während der Westen im Wandel war, erlebte der Osten unter Justinian ein goldenes Zeitalter mit dem Bau der Hagia Sophia, der Kirche San Vitale und Sant'Apollinare in Ravenna.

4.3 Mönchtum und Evangelisierung

Das Mönchtum (Männer und Frauen, die in Gemeinschaft nach Heiligkeit, Armut, Keuschheit und Gehorsam strebten) wurde zum Motor der Evangelisierung:

  • Pioniere: Pachomius der Große, Basilius der Große.
  • Abendland: Benedikt von Nursia (480–547).
  • Regionale Verbreitung: Irland (St. Patrick), Hispania (St. Fructuosus und St. Isidor).

Die Klöster leisteten Großes: Die Benediktiner evangelisierten Britannien und Germanien, während irische Mönche in Schottland, der Schweiz und der Lombardei wirkten.

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