Kirche im Mittelalter: Reformen, Orden und Konflikte

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Die betende Gemeinde, Reformen und Pilger

Die Reform der Klöster: Benediktinerklöster spielten eine wichtige Rolle im religiösen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben. Sie lehrten Bauern die Landwirtschaft und waren Hüter der traditionellen Kultur. Aufgrund von Machtmissbrauch bedurften sie jedoch einer Reform.

Die wichtigsten Reformen

  • Die Abtei von Cluny (910): Die Mönche begannen mit der Wiederherstellung der großen Prinzipien der Regel des heiligen Benedikt, machten sich unabhängig von weltlichen Mächten und reformierten die Sitten.
  • Die Zisterzienserabtei von Cîteaux: Da die Mönche von Cluny nach zwei Jahrhunderten von ihren Idealen abwichen, versuchte Robert von Molesme in Cîteaux (1098) zur ursprünglichen Strenge zurückzukehren.

Bettelorden

Im 13. Jahrhundert führte die Entwicklung der Städte zu einer neuen Situation in der Kirche: Es entstanden die Bettelorden, inspiriert durch Männer wie den heiligen Dominikus von Guzmán. Die Bettelmönche leben in kleinen städtischen Gemeinschaften und widmen sich der Predigt und intellektuellen Arbeit.

Wallfahrten und der Jakobsweg

Kultur und Religion nahmen einen wichtigen Platz in den religiösen Routen ein, die sich über Europa ausbreiteten. Eine Wallfahrt ist eine Reise eines Einzelnen oder einer Gruppe zu einem heiligen Ort aus religiösen Gründen. Der Ruhm von Santiago de Compostela verbreitete sich ab dem 9. Jahrhundert, und feste Routen wurden etabliert.

Definitionen

  • Abtei: Kirche oder Kloster, geleitet von einem Abt oder einer Äbtissin.
  • Kloster: Gebäude, in dem Mönche oder Nonnen in Gemeinschaft leben.

Konflikte in der Kirche

Die Kreuzzüge und das Morgenländische Schisma

Die Expansion des Islam brachte zwei Folgen für die westliche Kirche: Handelsbeziehungen wurden unterbrochen und Pilger hatten Schwierigkeiten, die heiligen Stätten zu besuchen. Zudem wuchs die Entfremdung zwischen der lateinischen und der griechischen Kirche. Das Schisma materialisierte sich, als Patriarch Michael Kerullarios die lateinischen Klöster im Osten schließen ließ.

Das Abendländische Schisma

Nach dem Tod von Papst Gregor XI. wurde Urban VI. zum Papst gewählt. Die französischen Kardinäle lehnten diese Wahl ab und wählten Clemens VII. Das Christentum war gespalten (1378), mit Päpsten in Rom und Avignon, die sich gegenseitig exkommunizierten.

„Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben“

Jesu Haltung zu den Armen

  • Verkündigung: Jesus verkündet die gute Nachricht für die Armen und identifiziert sich mit den Bedürftigen und Unglücklichen dieser Welt.
  • Identifikation: Wer kein menschenwürdiges Leben führen kann, ist das Gesicht Jesu.
  • Parteilichkeit: Jesus ist nicht neutral gegenüber Ungerechtigkeiten; er steht immer auf der Seite der Schwachen.

Die Radikalität der Kirchenväter

Die Kirchenväter zogen Konsequenzen aus der Bibel: Was den Reichen im Überfluss bleibt, gehört den Armen.

Die Kirche und die Armen

Die Mission der Kirche in der Welt ist es, das Werk Jesu fortzusetzen und das Reich Gottes zu verkünden. Der Kampf gegen Hunger, Armut, Ungerechtigkeit und soziale Marginalisierung sind prioritäre Aufgaben der Kirche.

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