Die Kirche in der Moderne: Säkularisierung und Vatikanum II

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1. Säkularisation

Die Säkularisation ist der Prozess, durch den Menschen beginnen, die Gesellschaft, ihr Leben und die Welt ohne Gott zu verstehen.

2. Konsequenzen der Säkularisierung

Die Säkularisierung führte zur Trennung von Staat und Kirche. Privilegien des Klerus wurden begrenzt oder sogar aufgehoben, ebenso wie religiöse Kongregationen. Ein wesentlicher Aspekt war der Verlust von Besitz – ein unverzichtbares Mittel für die Instandhaltung, besonders der Klöster. Dies geschah durch Beschlagnahmungen; in Spanien ist die bekannteste die Desamortisation von Mendizábal.

3. Die Industrielle Revolution

Papst Leo XIII. veröffentlichte die Enzyklika Rerum Novarum, das erste offizielle Dokument der Kirche zu sozialen Fragen:

  • Das Recht des Arbeitnehmers auf einen Lohn, der ausreicht, um ein menschenwürdiges Leben zu führen.
  • Das Recht auf Privateigentum, ohne dabei seine gesellschaftliche Funktion zu vergessen.
  • Die Verpflichtung des Staates zu intervenieren, um öffentliche und private Rechte zu gewährleisten.
  • Die Verurteilung des Klassenkampfes bei gleichzeitiger Anerkennung des Rechts der Arbeitnehmer, sich zu organisieren, um ihre Interessen zu verteidigen.

4. Glaube und Erkenntnis

Der Glaube wird durch das Licht unserer eigenen Erkenntnisse beleuchtet, die wir bereits besitzen oder eines Tages erlangen werden. Der Glaube ist ein Akt des Vertrauens in Gott, vergleichbar mit der Anerkennung einer Autorität.

Wenn wir einer Person oder Behörde vertrauen, bis weitere Daten vorliegen, können wir noch nicht im eigentlichen Sinne vom Glauben sprechen. Im christlichen Glauben gibt es zwei Aspekte:

  • Seitens der Person: Eine Haltung der Suche nach Gott. Der Mensch kann Gott nicht aus sich selbst heraus vollkommen erkennen, da er ein endliches Wesen und Gott unendlich ist.
  • Seitens Gottes: Eine Offenbarung seiner selbst gegenüber dem Menschen. Gott kann nur erkannt werden, wenn er sich offenbart und zu erkennen gibt.

5. Das Zweite Vatikanische Konzil

Das Konzil des 20. Jahrhunderts – wann begann es, wer schloss es ab?

  • Beginn: Das Zweite Vatikanische Konzil wurde am 11. Oktober 1962 durch Johannes XXIII. eröffnet.
  • Abschluss: Es wurde am 8. Dezember 1965 durch Paul VI. geschlossen.

6. Merkmale des Konzils

  • Universalität und Größenordnung: Es setzte sich aus 2.500 Konzilsvätern zusammen. Die Europäer machten nur ein Drittel aus; die meisten Teilnehmer kamen aus anderen Kontinenten und jungen Nationen.
  • Ökumene: Es waren viele Beobachter aus anderen christlichen Glaubensrichtungen anwesend.
  • Verbindung mit der Gesellschaft: Die Themen richteten sich nicht nur an Christen, sondern an die gesamte Menschheit.
  • Auswirkungen auf die Gesellschaft: Die Themen des Konzils erreichten alle Ecken der Welt.

7. Erneuerungen durch das Konzil

Es gab eine tiefgreifende Veränderung im inneren Leben der Kirche:

  • Die Anerkennung des christlichen Geistes in nicht-katholischen Kirchen.
  • Die Anerkennung der Rolle der Laien im Leben der Kirche.
  • Die Liturgiereform zur Erneuerung aller Feste.
  • Die Definition der Kirche als Volk Gottes.
  • Zwei wichtige Dokumente: Lumen Gentium und Gaudium et Spes.

8. Impulse des Konzils

  • Die Erklärung der Religionsfreiheit.
  • Die Bestätigung der Güte der Schöpfung und der Souveränität des Menschen über die Welt.
  • Die Anerkennung der Autonomie der Wissenschaft und des Wertes von Kultur und Fortschritt, sofern diese dem Wohl der Menschheit dienen.
  • Der entscheidende Impuls für die Beteiligung der Christen an der Welt, um sich für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen.
  • Das Engagement der Christen für die Armen und Benachteiligten.
  • Die Trennung von Kirche und Staat.

9. Reformen des Konzils

  • Einrichtung der Bischofssynode und Gewährung von mehr Autonomie für die Bischofskonferenzen.
  • Verkündung und Entwicklung der Liturgiereform: Alle Sakramente wurden reformiert, um sie den Menschen näherzubringen. Latein ist nicht mehr die alleinige Amtssprache.
  • Aufforderung zum politischen und sozialen Engagement der Christen gemäß einer Enzyklika, welche die Grundlagen der neuen Soziallehre der Kirche bildet.
  • Stärkere Beteiligung aller Gläubigen am Leben der Gemeinden.
  • Langfristige Förderung der Beteiligung von Laien am Leben der Kirche.

10. Engagement für die Ökumene

Das Vatikanum II ermutigte das Engagement der Kirche für die ökumenische Arbeit sowie die Förderung und Stärkung von Maßnahmen zur Einheit aller Christen. Dies bedeutet:

  • Getreu dem christlichen Glauben zu leben.
  • Nicht-katholische Christen als Brüder und Schwestern zu betrachten, die ebenfalls an Jesus Christus glauben.
  • Die Ursachen der Trennung sowie die gemeinsamen Überzeugungen zu kennen.
  • Zusammenarbeit bei der Evangelisierung der Welt und bei der Suche nach Gerechtigkeit und Frieden.
  • Gott um die Wiederherstellung der Einheit zu bitten.

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