Das kirchliche Leben und die Kunst im Mittelalter

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Das kirchliche Leben im Mittelalter

Das kirchliche Leben regelte die privaten Einrichtungen: Die Kirche mischte sich in die religiösen Rituale von der Geburt bis zum Tod ein. Christen waren regelmäßige Messebesucher; das Fasten während der Fastenzeit und die Beichte mindestens einmal im Jahr waren Pflicht. Die Kirchenglocken regelten die alltäglichen Aufgaben und setzten den kirchlichen Kalender fest.

Die Rolle der Kirche in Politik und Gesellschaft

Die Kirche mischte sich aktiv in Politik und Gesellschaft ein und besaß eine große soziale sowie wirtschaftliche Macht. Sie erhob Mieten, forderte Abgaben und die Landwirte mussten den Zehnten an die Kirche zahlen. Zudem hatte sie großen politischen Einfluss, da sie den Gottesfrieden (Treuga Dei) ausrufen konnte, um Kriege zu unterbinden.

Die Romanik: Architektur und spirituelle Kunst

Die romanische Kunst galt als rein religiöse Kunst. Sie diente der Versammlung der Gläubigen und suchte Gott in der Architektur von Kathedralen, Kirchen und Klöstern. In der Bildhauerei und Malerei wurde nach einem spirituellen Sinn gesucht. Symbole waren ein wichtiger Teil der Darstellung, und Künstler wurden lediglich als bloße Handwerker oder anonyme Schöpfer betrachtet.

Merkmale der romanischen Architektur

In der romanischen Architektur wurden speziell Stein, Kuppeln und Tonnengewölbe verwendet. Um große Gebäude zu errichten, baute man sehr dicke Mauern und kleine Fenster, was zu wenig Licht im Inneren führte. Die Kirchen wurden oft auf dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes mit Längsschiffen, Querschiffen, einer Vierung in der Mitte und einer Apsis erbaut. Pfeiler und Säulen dienten als tragende Elemente.

Romanische Skulptur und Malerei

Die romanische Skulptur erfüllte eine bildende und religiöse Funktion und passte sich der Architektur an. Es mangelte ihr an Naturalismus, stattdessen war sie mit starken Farben bemalt. Wichtige Typen waren:

  • Jungfrau mit dem Kind
  • Christus in Majestät (aus Stein oder Holz)

Die romanische Malerei war schematisch und durch eine starre Haltung sowie die Größe der Figuren geprägt. Wie der Rest der mallorquinischen Kunst konzentrierte sie sich auf religiöse Themen mit leuchtenden Farben und dicken schwarzen Umrisslinien ohne landschaftlichen Hintergrund. Zu den Typen gehörten:

  • Wandmalerei: Freskotechnik, meist in der Hauptapsis zu finden.
  • Tafelmalerei: Temperatechnik für Altäre und Altarbilder sowie Miniaturen.

Handel, Bankwesen und das Wachstum der Städte

Die Entwicklung von Handel und Bankwesen war darauf zurückzuführen, dass die Zunahme der Bevölkerung mehr Mittel erforderte. Wichtige Handelswege waren:

  • Mittelmeerroute: Spanische und italienische Städte handelten mit muslimischen Häfen und dem Byzantinischen Reich.
  • Atlantikroute: Dominiert von der Hanse, portugiesischen Häfen sowie russischen, deutschen und flämischen Städten.

Es wurden Messen organisiert, Kredite vergeben und Wechselbriefe eingeführt.

Ursachen des Städtewachstums und Handwerk

Neue landwirtschaftliche Techniken führten dazu, dass viele Bauern abwanderten und sich dort ansiedelten, wo Märkte für den Verkauf ihrer Produkte entstanden. Die Städte boten eine bessere Lebensqualität. Die Zusammensetzung des Handwerks gliederte sich in Meister, Gesellen und Lehrlinge. Gleichzeitig wurden die Monarchien gestärkt: Sie schufen eigene Armeen, verstärkten die Verwaltung, führten das römische Recht wieder ein und verliehen Freiheitsbriefe.

Die Gotik: Kathedralen und neue Kunstformen

Die gotische Architektur war religiöse Kunst, suchte aber auch nach Schönheit und war ein Symbol der Macht. Das repräsentativste Gebäude war die Kathedrale, die zum Zentrum der Städte wurde. Dort fanden nicht nur religiöse Rituale statt, sondern es versammelten sich auch die Zünfte.

Hauptmerkmale der Gotik

Neue architektonische Elemente wie der Spitzbogen (Ogee), das Kreuzrippengewölbe, Strebepfeiler und Strebebögen an der Außenseite ermöglichten riesige Glasfenster und Rosetten. Dies machte das Innere hell und hoch. Der Grundriss war meist ein lateinisches Kreuz mit polygonalem Chor.

Gotische Skulptur und Malerei

Die gotische Skulptur behandelte religiöse Themen mit bildender Funktion, war jedoch rundplastisch, realistisch und zeigte natürliche Bewegungen sowie Gefühle. Sie wurde aus Stein und Holz gefertigt und umfasste:

  • Geschnitztes Chorgestühl und Altarbilder
  • Grabmäler und Porträts
  • Wasserspeier

In der gotischen Malerei gewannen Holzaltarbilder, Porträts und Landschaften an Bedeutung. Merkmale waren reiche Farben, ein goldener Hintergrund sowie Realismus in Bewegung und Darstellung.

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