Klassifikation und Entwicklung motorischer Aufgaben
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Klassifikation und Arten von motorischen Aufgaben
- Abhängig vom Grad der körperlichen Beteiligung (Cratty, 1982):
- Feinmotorik: Kleine Muskelgruppen sind beteiligt; erfordert Präzision und handwerkliches Geschick.
- Grobmotorik: Große Muskelgruppen sind beteiligt; erfordert keine hohe Präzision.
- Je nach Grad der Kontrolle oder Umgebungsbedingungen (Poulton, 1956):
- Geschlossene Aufgaben: Interne Regelung hat Priorität, stabiler Rahmen, leichter zu erlernen.
- Offene Aufgaben: Externe Regelung hat Priorität, unbekannter oder veränderlicher Kontext.
- Je nach Grad des kognitiven Engagements (Knapp, 1963):
- Automatisierte Aufgaben: Bekannte Bewegungsabläufe, die zur Automatisierung neigen.
- Perzeptive Aufgaben: Unbekannte Bewegungsabläufe, die hohe kognitive Aufmerksamkeit erfordern.
- Je nach Grad der Kontrolle über die Aktion (Singer, 1980):
- Externe Steuerung: Fähigkeit, sich an Umgebungsbedingungen anzupassen (externes Feedback).
- Interne Steuerung (Selbstregulierung): Fokus auf Bewegungsablauf und internes Feedback.
- Kombinierte Steuerung: Bedeutung beider Kontrollmechanismen.
- Beständigkeit der Bewegung (Singer, 1986):
- Diskrete Bewegungen: Kurze Dauer, schwer während der Aktion zu modifizieren.
- Kontinuierliche Bewegungen: Aufgaben über einen längeren Zeitraum mit Anpassungsmöglichkeiten.
- Serielle Bewegungen: Zyklische Wiederholungen.
- Innere Struktur der motorischen Aufgabe (Famous, 1983):
- Definiert: Alle Elemente sind klar bekannt (Ziele, Materialien).
- Semidefiniert: Einige Elemente sind nicht eindeutig definiert.
- Undefiniert: Das Subjekt wird zur aktiven Teilnahme ermutigt.
Didaktische Analyse der motorischen Aufgaben
2.1 Die Wahrnehmung
Faktoren für die Komplexität der Aufgaben in Bezug auf die Wahrnehmung:
- Umgebungsbedingungen (Knapp, 1965)
- Grad der Umweltkontrolle (Poulton, 1957)
- Grad der Kontrolle über die Aktion (Singer, 1980)
- Ausgangszustand von Individuum und Objekt (Fitts, 1975)
2.2 Die Entscheidung
Analyse der Komplexität in Bezug auf den Entscheidungsprozess:
- Anzahl der erforderlichen Entscheidungen
- Anzahl der Alternativen im Aufgabenverlauf
- Anzahl der motorischen Vorschläge pro Entscheidung
- Geschwindigkeit der Entscheidungsfindung
Merkmale und Entwicklung der Grobmotorik
Die Entwicklung verläuft von unwillkürlichen Reflexen hin zu komplexen, koordinierten motorischen Mustern.
Phasen der motorischen Entwicklung
- Reflexbewegungen (0–1 Jahr)
- Rudimentäre Bewegungen (bis 2 Jahre): Greifen, Krabbeln, Sitzen, Stehen, Gehen
- Perzeptiv-motorische Entwicklung (ab 3 Jahren)
- Grobmotorik (4–8 Jahre)
- Generische motorische Fähigkeiten (8–12 Jahre)
- Spezifische motorische Fähigkeiten (10–14 Jahre)
- Spezialisierte motorische Fähigkeiten (ab 14 Jahren)
Der Marsch (Gehen)
Das Gehen ist die natürliche Form der vertikalen Fortbewegung. Mit zunehmender Geschwindigkeit geht das Gehen in das Rennen über, wobei der ständige Bodenkontakt verloren geht.
- 9–15 Monate: Erste Stehversuche.
- 3 Jahre: Automatisierung des Gangbildes, Rückwärtsgehen möglich.
- 6 Jahre: Ausgereifter Gang mit harmonischer Armbewegung und Fersen-Zehen-Abrollvorgang.