Klassifizierung motorischer Beeinträchtigungen
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Die Art der Verletzungen unterteilt sich in:
- Makroskopische Hirnläsionen: Organische Veränderungen, die durch visuelle Diagnostik, Computertomographie (CT), Arteriographie oder Mikroskopie zugänglich sind.
- Hirntrauma auf biochemischer Ebene: Beeinträchtigungen der Nervenimpulsleitungsgeschwindigkeit, die Reaktionszeiten oder biochemische Prozesse beeinflussen.
- Motorische Beeinträchtigungen: Wenn der Bereich für die sensorioperzeptiven Schaltkreise gestört ist, bleibt die theoretische Möglichkeit einer normalen kognitiven Entwicklung erhalten, sofern die Integration und Programmierung möglich sind. Dies hängt stark von den Auswirkungen auf das Leben und die Erfahrungen des Subjekts ab.
- Sensorioperzeptive Beteiligung: Wenn die Verletzung Wege und Bereiche betrifft, die für die Kommunikation und kognitive Entwicklung essenziell sind.
- Gemeinsames Engagement: Bei einer allgemeinen Störung des zentralen Nervensystems (ZNS) sind sowohl die Strukturen für motorische Handlungen als auch die Bereiche für sensorisch-perzeptive und kognitive Integration betroffen.
Topographische Klassifizierung
Die Klassifizierung erfolgt über das Suffix -plegie für eine totale Lähmung oder -parese für eine geringe bzw. unvollständige Lähmung:
- Monoplegie: Lähmung eines Gliedmaßes (Bein oder Arm).
- Hemiplegie: Lähmung einer Körperseite (rechts oder links).
- Paraplegie: Lähmung beider Beine.
- Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
Motorische Einschränkungen zerebralen Ursprungs
Zerebralparese (CP): Diverse Ätiologien mit pränatalen, perinatalen oder postnatalen Faktoren (bis zum 3. Lebensjahr). Die Internationale Gesellschaft für CP definierte sie 1969 als eine nicht fortschreitende, aber dauerhafte Störung von Haltung und Bewegung durch eine Hirnverletzung vor Abschluss der Entwicklung.
Hauptmerkmale der Zerebralparese
- Spastik: Deutlicher Anstieg des Muskeltonus mit übertriebenen Reflexen bei willkürlichen Bewegungen. Es gibt zwei Arten von Muskelkontraktionen:
- a) Kontraktionen in Ruhe.
- b) Kontraktionen, die durch körperliche Anstrengung, Emotionen, plötzliche Geräusche oder Gefahr verstärkt werden. Die spastischen Muskeln sind überreizt und hyperton.
- Athetose: Schwierigkeiten bei der Überwachung und Koordination willkürlicher Bewegungen. Es treten unkontrollierbare, asymmetrische Bewegungen auf, die durch Zuckungen in Gliedmaßen, Kopf, Gesicht sowie bei Stimmbildung, Atmung und Schlucken gekennzeichnet sind.
- Ataxie: Ein Kleinhirnsyndrom, bei dem das Gleichgewicht und die Genauigkeit der Bewegungen verändert sind. Charakteristisch sind Schwierigkeiten bei der Dosierung von Kraft, Weg und Richtung der Bewegungen. Zudem mangelt es an Rumpfstabilität, was zu einem unsicheren, starren Gang mit häufigen Stürzen führt.