Klassik und Romantik in der Musikgeschichte
Eingeordnet in Musik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 6,25 KB
Klassizismus und Wiener Klassik
Klassische instrumentale Gattungen (es existierten formale Strukturen, von denen das Leben der Musiker abhing, geprägt durch adlige oder kirchliche Höfe):
- Sonate
- Konzert (Soloinstrument mit Orchesterbegleitung)
- Sinfonie (Orchester)
- Streichquartett
Höranalyse: Beethovens 9. Sinfonie
Werk: 9. Sinfonie
Komponist: Ludwig van Beethoven
Epoche: Vorromantik
Klangmittel: Vokal-instrumental (Sinfonieorchester, Chor und Vokalquartett)
Form: Sinfonie
Merkmale der Sätze:
- Erster Satz: Es gibt zwei konstante Themen: ein dramatisches und ein ruhiges, die einen Konflikt darstellen.
- Zweiter Satz: Er ist durch das Auftreten eines „Scherzos“ gekennzeichnet. Es gibt eine Vielzahl von Tempowechseln (schnell bis langsam), eine hohe Dynamik und viele verschiedene Klangfarben. Hier wird das Thema der Ode vorbereitet.
- Dritter Satz: Er ist langsam und ruhig und bildet den Gegenpol zum zweiten Satz. Er beginnt mit einer einfachen Melodie, die sich im Verlauf sehr aufwendig weiterentwickelt. Er enthält bereits die Stimmen, was die große Innovation Beethovens darstellt.
- Vierter Satz: Wechselspiel zwischen Vokalquartett und gemischtem Chor. Große Ausdruckskraft und enorme technische Schwierigkeiten bei der Interpretation. Phasenweise tritt das Orchester in den Hintergrund. Es werden Elemente aus den anderen Sätzen aufgegriffen. Die klassische Struktur wird nicht eingehalten (bereits romantisch geprägt).
Informationen über das Werk
- Das Werk wurde zwischen 1822 und 1824 geschrieben.
- Beethoven vertonte die „Ode an die Freude“ des deutschen Schriftstellers Friedrich von Schiller.
- Die Uraufführung fand am 7. Mai 1824 in Wien statt. Beethoven dirigierte sie selbst, obwohl er bereits taub war.
- Die verwendete Orchestrierung war die bis dahin größte der Musikgeschichte.
- Sie beinhaltete einen vierstimmigen Chor und Solisten: Sopran, Alt, Tenor und Bass.
- Das Werk ist in vier Sätze unterteilt, von denen der letzte die vokale Beteiligung umfasst. Dieser enthält eine Reihe von Variationen der Melodie, die Beethoven für Schillers Ode komponierte.
- Die Dimensionen des Werks sind riesig; eine Aufführung dauert in der Regel über eine Stunde. Der letzte Satz könnte fast als eine eigene Sinfonie in sich betrachtet werden, denn obwohl sie thematisch verbunden sind, weisen die vier Abschnitte deutliche Unterschiede auf.
- Revolutionäre Ideale: Die gesamte Struktur richtet sich nach dem, was ausgedrückt werden soll, indem die Form der Idee folgt (das Hauptmerkmal der Romantik).
- Sie hält das Drama aufrecht und versucht, die Aufmerksamkeit des Zuhörers zu fesseln.
Die Epoche der Romantik (1815–1848)
Der romantische Geist ist ein Geist des Ausdrucks. Er sucht eine nationale Identität; die Musik steht repräsentativ für das jeweilige Land. Der formale Aufbau ist gänzlich von der Äußerung der Ideen abhängig.
Herkunft: Die Romantik entstand im 18. Jahrhundert, vor allem in Deutschland und Großbritannien. Sie markiert eine Abkehr von der klassischen Ausgewogenheit.
Ziele: Der Ausdruck der eigenen Gefühle und Absichten wird gesteigert. Die strengen Strukturen der Klassik werden aufgegeben. Es herrscht ein Streben nach Freiheit. Man erinnert sich an die Vergangenheit und kehrt zur mittelalterlichen Fantasiewelt zurück. Ideen werden gegenüber dem formalen Rahmen priorisiert, welcher flexibel an den Ausdruck von Gedanken und Gefühlen angepasst wird.
Zielgruppe: Das Publikum ist nicht mehr rein aristokratisch, sondern umfasst alle Ebenen der Gesellschaft. Die Werke werden in öffentlichen Theatern präsentiert, was zu einer aktiven Partizipation der Menschen an der Musik führt.
Annäherung an das Bürgertum: Durch mehr Freizeit betätigen sich Bürger zunehmend als Laienmusiker (Amateure).
Interpret: Es entsteht die Figur des Virtuosen, der sein Instrument so beherrscht, als würde es singen. Zuvor war ein Musiker vor allem für seine Kompositionen berühmt, nun steht die Art und Weise der Interpretation im Vordergrund. Es gibt ein starkes Streben nach Unabhängigkeit und Musiker schaffen vermehrt eigene Werke.
Klavier: Das Klavier etabliert sich als Hauptinstrument des Jahrhunderts im Bürgertum und bei öffentlichen Auftritten (es ermöglichte Solistenkonzerte). Es verbreitete sich rasch, da es technisch stark verbessert wurde. Die Vorteile lagen in der Dynamik (Lautstärkeänderung), der Anschlagsgeschwindigkeit, den Pedalen und weiteren Fortschritten, die andere Instrumente zu dieser Zeit noch nicht aufwiesen.
Musikalische Formen: Das Kunstlied
Das Lied (Kunstlied) besteht aus der Vertonung eines Gedichts für einen Sänger und Klavierbegleitung. Die allgemeine Struktur ist oft ABA (wobei die erste und die letzte Strophe dieselbe Melodie haben) oder auch AABB. Franz Schubert gilt als der bedeutendste Schöpfer des deutschen Kunstlieds; seine Hauptthemen waren Tod, Liebe und Natur. Im Englischen und anderen Sprachen steht der Begriff „Lied“ speziell für das deutsche Kunstlied. Es entwickelte sich aus dem einfachen Volkslied, erfuhr jedoch durch Schubert eine enorme Weiterentwicklung und Verfeinerung. Zu seiner Entstehung trug bei, dass deutsche und österreichische Komponisten in der deutschen Lyrik eine Inspiration fanden, um Lieder zu erschaffen, bei denen Melodie und Harmonie die Bedeutung des Textes kunstvoll untermalen. Ein bekanntes Beispiel ist „Am Feierabend“ (aus dem Zyklus „Die schöne Müllerin“) von Schubert. Weitere bedeutende Liedkomponisten sind Liszt, Brahms und Strauss.