Klassisches Theater vs. Episches Theater und Absurdismus
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Reaktion gegen das klassische Theater: Epik und Absurdismus
Im 17. Jahrhundert entwickelte sich in Frankreich das klassische Theater. Die wichtigsten strukturellen Merkmale sind die Trennung von Genres und Stilen, wie die Tragödie, die einen gehobenen Stil und eine feierliche Ernsthaftigkeit pflegt. Die Werke bestehen aus fünf Akten und müssen die Regeln der drei Einheiten respektieren:
- Einheit der Zeit: Die gesamte Handlung muss innerhalb eines fiktiven 24-Stunden-Zeitraums stattfinden.
- Einheit des Ortes: Die Handlung muss an einem einzigen Ort spielen.
- Einheit der Handlung: Das Werk muss um ein zentrales Thema aufgebaut sein, etwa einen romantischen Konflikt zwischen Ehre und Pflicht.
Das Epische Theater
Als Reaktion auf das klassische Theater entstanden neue Formen, darunter das epische Theater. Es erschien in Deutschland in den Jahren zwischen 1920 und 1930. Im Gegensatz zum traditionellen Theater nimmt das epische Theater eine narrative Form an.
Bertolt Brecht war der maßgebliche Theoretiker dieser Bewegung. Beeinflusst durch Georg Büchner und das politische Theater von Erwin Piscator, sah er die Notwendigkeit, eine theatralische Form zu schaffen, die der Industriegesellschaft des 20. Jahrhunderts gerecht wird. Brecht forderte ein Theater, das nicht nur unterhält, sondern die Welt verändern will. Es soll beim Betrachter die Beobachtungsgabe schärfen und eine kritische Haltung gegen die Passivität des bürgerlichen Theaters fördern. Brecht brach offen mit den drei Einheiten von Ort, Zeit und Handlung.
Dies ermöglichte die Rückbesinnung auf andere theatralische Traditionen und außereuropäische Kulturen. Nach Brecht verbreitete sich das epische Theater in der gesamten westlichen Welt, wobei das von ihm gegründete Berliner Ensemble die bedeutendste Rolle in dieser neuen Ästhetik spielte.
Das Theater des Absurden
Das Theater des Absurden ist ein Genre, das zwischen den 1940er und 1960er Jahren von europäischen und amerikanischen Autoren kultiviert wurde. Der Begriff wurde 1962 von dem Kritiker Martin Esslin geprägt. Esslin vertrat die Ansicht, dass die Werke dieser Autoren die künstlerische Artikulation der Absurdität des Daseins darstellen, wie sie von Albert Camus philosophisch beschrieben wurde.
Die besonderen Merkmale des absurden Theaters sind:
- Bewusste Abkehr von einer klassischen dramatischen Struktur.
- Ablehnung einer rationalen, logischen Sprache.
- Ersetzung der traditionellen Handlung durch eine Reihe unlogischer Situationen, die nur durch eine Stimmung oder ein Gefühl verbunden sind.
Das Theater des Absurden zeichnet sich durch scheinbar sinnlose, repetitive Dialoge ohne logische Verbindungen aus, die eine traumartige Atmosphäre erzeugen. Während diese Art von Drama früher als rein tragisch wahrgenommen wurde, hat das Publikum heute auch dessen tragikomische Aspekte entdeckt.
Wichtige Vertreter
Zu den bedeutenden Autoren des Theaters des Absurden zählen: Alfred Jarry, Samuel Beckett, Jean Genet, Eugène Ionesco, Tom Stoppard, Arthur Adamov, Harold Pinter und Stanislav Stratiev. Im katalanischsprachigen Raum ist Manuel de Pedrolo hervorzuheben.