Kognitive Funktionen im Alter: Training und Erhalt
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Bewertung der kognitiven Funktionen
Das Alter bringt oft eine Verschlechterung kognitiver Fähigkeiten wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Sprache mit sich. Die biologische Alterung betrifft nicht nur die physische, sondern auch die psychische Gesundheit (z. B. Alzheimer). Solche Defizite können durch gezielte Strategien, Techniken und Übungen zur Förderung der kognitiven Fähigkeiten verzögert oder abgemildert werden. Die Rolle des Trainers ist dabei entscheidend, um diese Strategien anzuleiten.
Kognitive Funktionen bei Senioren
Ab dem 60. Lebensjahr beginnt eine allmähliche, nicht konstante Verschlechterung der kognitiven Leistungen, die sich bis zum 80. Lebensjahr fortsetzen kann. Um festzustellen, ob eine normale kognitive Beeinträchtigung oder eine Demenz vorliegt, ist eine neuropsychologische Beurteilung notwendig. Gängige Instrumente sind:
- Pfeiffer-Fragebogen (SPMSQ): Ein kurzer Test mit 10 Fragen zur schnellen Einschätzung des mentalen Zustands.
- Mini-Mental State Examination (MMSE) nach Folstein: Der weltweit gebräuchlichste Diagnosetest für Demenz, der Orientierung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit sowie sprachliche und visuell-konstruktive Fähigkeiten prüft.
- Mini-Mental State Examination nach Lobo: Eine angepasste Version des MMSE.
- Uhrentest (Clock Drawing Test): Erfordert komplexe Koordination, Sinneswahrnehmung und motorische Fähigkeiten.
- Global Deterioration Scale (GDS) nach Reisberg.
Interventionen bei kognitiven Funktionen
Es werden verschiedene Programme eingesetzt, um die vorhandenen Fähigkeiten zu fördern und zu erhalten. Beispiele für Übungen:
- Wohnraumgestaltung: Dekoration des Hauses zur Orientierungshilfe.
- Auditive Stimulation: Verwendung entspannender Musik.
- Taktile Stimulation: Analyse der Eigenschaften von Objekten durch Berührung.
- Geruchstraining: Unterscheidung verschiedener Düfte.
- Geschmackstraining: Unterscheidung verschiedener Lebensmittelaromen.
Kognitive Trainingsmethoden
Das Ziel des Coachings ist die Förderung der kognitiven Fähigkeiten und die Steigerung der Autonomie. Übungen umfassen:
- Arbeitsgedächtnis: Suchspiele für Paare.
- Zeitlich-räumliche Orientierung: Übungen zur räumlichen Einordnung.
- Visuell-räumliche Fähigkeiten: Kopieren von Zeichnungen.
- Sprachförderung: Bildung vollständiger Sätze.
Techniken der Mobilität und Motorik
Biologische Alterung reduziert oft die Mobilität und motorischen Fähigkeiten. Die Psychomotorik versteht sich als Einheit von physischer und psychischer Entwicklung und fördert:
- Kommunikation durch Ausdruck und Körpersprache.
- Verbesserte Selbsterkenntnis und Identitätsbildung.
- Arbeit an Muskeltonus, Rhythmus, Balance und Bewegung.
Therapien zur Realitätsorientierung
Diese Strategien dienen der räumlichen und zeitlichen Orientierung von Menschen mit Gedächtnisverlust oder Desorientierung. Ziel ist die Aktivierung kognitiver Funktionen und die Stärkung des Selbstwertgefühls.
- 24-Stunden-Realitätsorientierung: Kontinuierliche, informelle Stimulation durch Betreuungspersonen im Alltag.
- Realitätsorientierungstraining (ROT): Gruppensitzungen zur Etablierung von Routinen.
Gedächtnis und Auswendiglernen
Das Gedächtnis speichert und erinnert vergangene Informationen. Man unterscheidet drei Arten:
- Sensorisches Gedächtnis: Visuell, auditiv, räumlich, taktil, olfaktorisch und gustatorisch.
- Kurzzeitgedächtnis: Analyse und direkte Wiedergabe von Informationen.
- Langzeitgedächtnis: Unbegrenzte Speicherkapazität für das gesamte Wissen.
Phasen des Auswendiglernens
- Erwerb: Aufnahme von Informationen durch Wahrnehmung und Aufmerksamkeit.
- Speicherung: Erhaltung der Informationen für den späteren Abruf.
- Evokation: Erfolgreiches Abrufen der gespeicherten Informationen.
Einflussfaktoren auf den Gedächtnisverlust
- Alter: Ab 20 Jahren nimmt die Anzahl der Neuronen und Neurotransmitter ab.
- Psychische Probleme: Geringeres Interesse oder mangelnde Motivation.
- Persönliche Variablen: Beruf und kultureller Hintergrund.
- Soziokulturelle Aspekte: Isolation und Ruhestand.
Kognitive Veränderungen im Alter
- Gutartige senile Vergesslichkeit: Häufige, schwankende Auslassungen.
- Pathologische Vergesslichkeit: Gedächtnisverlust, der über das normale Maß hinausgeht (Risiko für Alzheimer).
- Demenzbedingte Veränderungen: Beeinträchtigung der Aktivitäten des täglichen Lebens, Orientierungsstörungen und Sprachprobleme.
Beratung und Reminiszenz
Soziale Integration und körperliche Aktivität sind essenziell für die kognitive Funktion. Die Reminiszenz-Therapie nutzt die Rückbesinnung auf die Vergangenheit, um die Identität und das Selbstwertgefühl zu stärken, Trauer zu verarbeiten und die Lebensintegrität zu fördern.