Konstruktivismus und Lernpsychologie: Ein Leitfaden
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Kapitel 2: Konstruktivismus und Lernen
1. Was ist Konstruktivismus?
Antwort: Konstruktivismus ist der Ansatz, dass das Individuum – sowohl in kognitiven und sozialen Aspekten als auch in der emotionalen Verfassung – kein bloßes Produkt der Umwelt oder einfach nur das Ergebnis interner Reifungsprozesse ist. Vielmehr ist es ein Eigenbau, der täglich als Ergebnis der Interaktion zwischen diesen beiden Faktoren entsteht. Folglich ist das erworbene Wissen kein getreues Abbild der Wirklichkeit, sondern eine Konstruktion des Menschen.
2. Grundlagen des Prozesses der Wissenskonstruktion
Antwort:
- a) Der Hintergrund oder die Repräsentation, die man von neuen Informationen, der ausgeübten Tätigkeit oder einer zu lösenden Aufgabe hat.
- b) Die externe oder interne Leistungsverrechnung, die der Lernende in diesem Zusammenhang durchführt.
3. Identifikation der genetischen Psychologie von Piaget
Antwort: Sie wird als eine emblematische Theorie identifiziert.
4. Auswirkungen des Denkens von Piaget auf die Bildung
Antwort: Dies umfasst die Anerkennung des Schülers als aktiven und autonomen Lerner, eine antiautoritäre Auffassung der Lehrerrolle, den Einsatz von entdeckenden und partizipativen Unterrichtsmethoden sowie die Auswahl und Organisation curricularer Inhalte unter Berücksichtigung der kognitiven Fähigkeiten der Schüler.
5. Elemente des soziokulturellen Wiederauflebens
Antwort: Die Rolle der Kultur sowie die Mechanismen der Beeinflussung auf das soziale Lernen und die menschliche Entwicklung.
6. Der soziokulturelle Ansatz nach Vygotsky
Antwort: Dieser besteht darin, menschliches Handeln in kulturellen, historischen und institutionellen Kontexten zu verorten. Menschliches Handeln wird durch die Sprache vermittelt, was die Bedeutung der diskursiven Analyse unterstreicht. Von dieser Position aus sind es kulturelle Traditionen und soziale Praktiken, die die menschliche Psyche regulieren, transformieren und ihr Ausdruck verleihen. Diese ist durch ethnische oder kulturelle Differenz sowie die Einzigartigkeit der psychologischen Natur gekennzeichnet.
7. Was wird als „mächtige Idee“ bezeichnet?
Antwort: Das Prinzip vieler Autoren bezüglich der Bedeutung der konstruktiven geistigen Aktivität des Schülers für das Erreichen des Lernerfolgs.
8. Die „Idee-Kraft“ im Bildungsbereich
Antwort: Der Schüler sieht die Schule als einen Ort des Wissensaufbaus, basierend auf Vorwissen und Erfahrung, während die Lehre als Unterstützung für diesen Bauprozess dient.
9. Perspektive des schulischen Lernens
Antwort: Sie liegt in der Förderung des persönlichen Entwicklungsprozesses des Schülers innerhalb der Kultur und der Gruppe, der er angehört.
10. Die drei Grundideen des Konstruktivismus
Antwort:
- Der Student ist letztlich verantwortlich für seinen eigenen Lernprozess.
- Die konstruktive geistige Aktivität des Schülers gilt für Inhalte, die bereits ein beträchtliches Maß an Entwicklung aufweisen.
- Der Status des Lehrers ist der eines Vermittlers, der die Konstruktionsprozesse der Schüler mit der kollektiv organisierten kulturellen Weisheit verknüpft.
11. Anwendung des psycho-genetischen Ansatzes
Antwort: Wenn der Lernende operative Systeme und Strukturen aufbaut, erleichtert der Lehrer das Lernen und die Entwicklung. Daher besteht die Lehre in indirekter Entdeckung, und das Lernen wird durch die Entwicklung bestimmt.
12. Der kognitive Ansatz im Klassenzimmer
Antwort: Der Schüler ist ein aktiver Informationsprozessor. Der Lehrer organisiert kognitive Informationen und schlägt Brücken; zudem ist er Förderer von Denkfähigkeiten. Lernen ist die Induktion von signifikantem Wissen sowie schematischen Strategien und kognitiven Fähigkeiten, wobei das Lernen durch Vorwissen und Erfahrung beeinflusst wird.
13. Der soziokulturelle Ansatz im Klassenzimmer
Antwort: Der Schüler vollzieht die Aneignung oder den Umbau von kulturellem Wissen, während der Lehrer die Vermittlungsbemühungen leitet. Die Lehre umfasst psychologische Funktionen und die Weitergabe von Wissen durch kulturelle Interaktion in der ZPD (Zone der nächsten Entwicklung).
14. Der Aufbau von schulischem Wissen
Antwort: Ein Prozess, bei dem der Schüler Informationen aus verschiedenen Quellen auswählt, organisiert und umwandelt, indem er Beziehungen zwischen diesen Informationen und seinem Vorwissen herstellt.
15. Verständnis von Lerninhalten
Antwort: Der Schüler sollte den Inhalten einen Sinn zuweisen, indem er eine mentale Repräsentation durch Bilder oder verbale Sätze aufbaut oder ein mentales Modell bzw. einen erklärenden Rahmen für dieses Wissen entwickelt.
16. Was ist situierte Kognition?
Antwort: Ein soziokultureller Ansatz, der die Bedeutung von Aktivität und Kontext beim Lernen betont. Unterricht ist hier ein Prozess der Akkulturation, bei dem Schüler Teil einer Gemeinschaft und Kultur von Praktikern werden.
17. Das Lernen nach Ausubel
Antwort: Als aktive Restrukturierung von Wahrnehmungen, Ideen, Konzepten und Systemen innerhalb der kognitiven Struktur des Lernenden. Lernen ist ein komplexes, organisiertes Phänomen, das nicht auf einfache Assoziationen reduziert werden kann.
18. Die Rolle des Schülers nach Ausubel
Antwort: Er fungiert als ein aktiver Prozessor von Informationen.
19. Die zwei Dimensionen des Lernens
Antwort:
- Die Art und Weise, wie Wissen erworben wird (durch Empfang oder Entdeckung).
- Wie Wissen in die kognitive Struktur des Lernenden integriert wird (durch Wiederholung oder signifikante Verknüpfung).
20. Eigenschaften des rezeptiven Lernens
Antwort: Der Inhalt wird in seiner endgültigen Form vorgegeben. Der Schüler muss ihn in seine kognitive Struktur verinnerlichen. Dies ist nicht gleichbedeutend mit bloßem Auswendiglernen, sondern typisch für fortgeschrittene Stadien der kognitiven Entwicklung (formales Denken) und nützlich für große Wissensbereiche.
21. Was ist entdeckendes Lernen?
Antwort: Der Schüler muss die Hauptinhalte selbst entdecken. Dies ist charakteristisch für Begriffsbildung und Problemlösung. Es kann signifikant oder repetitiv sein und ist besonders in frühen Stadien der kognitiven Entwicklung sowie in Wissensfeldern ohne eindeutige Antworten nützlich.
22. Merkmale von sinnvollem Lernen
Antwort: Neue Informationen werden substanziell und nicht willkürlich auf bestehende kognitive Strukturen bezogen. Der Schüler muss eine positive Einstellung haben, um Bedeutung zu extrahieren, und über relevantes Vorwissen (Verankerungskonzepte) verfügen, um einen konzeptionellen Rahmen aufzubauen.
23. Bedingungen für sinnvolles Lernen
Antwort:
- a) Material: Es muss eine logische Bedeutung und eine wesentliche Struktur aufweisen.
- b) Schüler: Er muss psychologische Strategien entwickeln (z. B. durch Advance Organizer oder Concept Maps).
24. Merkmale des Auswendiglernens (mechanisches Lernen)
Antwort: Es besteht aus beliebigen, wörtlichen Assoziationen. Der Student speichert Informationen ohne relevanten Hintergrund oder ohne eine Basis für Faktenwissen zu finden, wodurch nur eine willkürliche Beziehung zur kognitiven Struktur entsteht.
25. Definition von sinnvollem Lernen
Antwort: Es führt zur Schaffung von Wissensstrukturen durch die inhaltliche Beziehung zwischen neuen Informationen und den früheren Vorstellungen der Studierenden.
26. Bedingungen für sinnvolles Lernen (Zusammenfassung)
Antwort: Die neuen Informationen müssen nicht-willkürlich und wesentlich mit dem Vorwissen verknüpft werden. Es hängt zudem von der Lernbereitschaft (Motivation) und der Art des Materials ab.
27. Aufbau der kognitiven Struktur
Antwort: Durch Wissenssysteme, die Abstraktionen oder Verallgemeinerungen aus Objekten, Fakten und Konzepten bilden. Diese sind hierarchisch organisiert: Weniger integrative Informationen (Fakten/Aussagen) sind umfassenderen Ideen (übergeordnete Begriffe) untergeordnet.
28. Phasen des sinnvollen Lernens
Antwort:
- a) Anfangsphase: Der Lernende versteht isolierte Teile der Information ohne konzeptionellen Zusammenhang.
- b) Zwischenphase: Der Schüler findet Beziehungen und Ähnlichkeiten, erstellt Schemata und Karten; die Beherrschung erfolgt allmählich, aber noch nicht vollkommen autonom.
- c) Endphase: Die entwickelten Schemata sind stärker integriert und funktionieren mit hoher Autonomie.
29. Deklarative Lerninhalte
Antwort: Das Wissen über das, „was ist“. Es wird durch Sprache vermittelt und umfasst Daten, Fakten, Konzepte und Prinzipien.
30. Unterschied zwischen Fakten- und Konzeptwissen
Antwort: Fakten liefern verbale Informationen, die wörtlich gelernt werden müssen. Bei Konzepten abstrahiert der Schüler die wesentliche Bedeutung und Regeln. Hier tritt Assimilation ein: Man versteht, was gelernt wird, unter Nutzung des relevanten Vorwissens.
31. Prozedurale Lerninhalte
Antwort: Wissen, das die Umsetzung von Verfahren, Strategien, Techniken und Methoden betrifft. Es ist praktisch orientiert und basiert auf der Ausführung von Operationen.
32. Was sind Verfahren?
Antwort: Eine Reihe von geordneten Maßnahmen, die auf die Erreichung eines bestimmten Ziels gerichtet sind.
33. Phasen des prozeduralen Lernens
Antwort: 1. Aneignung von Daten zur Aufgabe, 2. Ausführung des Verfahrens, 3. Automatisierung des Vorgangs, 4. Entwicklung verfeinerter Verfahren.
34. Lehr-Ressourcen für prozedurales Lernen
Antwort: Repetition und reflektierende Drill-Übungen, Nachahmung von Modellen, rasches Feedback, Verbalisierung während des Lernens, intensive Aktivität unter realitätsnahen Bedingungen und die Förderung von Metakognition.
35. Zweck von Einstellungs- und Wertinhalten
Antwort: Förderung von Werten und Einstellungen im Lehrplan sowie die Tilgung negativer Einstellungen, Frustrationen und eines niedrigen Selbstwertgefühls bei Schülern.
36. Was ist ein Wert?
Antwort: Eine Qualität, durch die eine Person, ein Gegenstand oder ein Ereignis Anerkennung, Bewunderung oder Achtung erfährt.
37. Was sind Einstellungen?
Antwort: Subjektive (kognitiv-affektive) Erfahrungen, die wertende Urteile beinhalten. Sie werden verbal oder nonverbal ausgedrückt, sind relativ stabil, werden im sozialen Kontext gelernt und spiegeln die Werte einer Person wider.