Konversationsimplikaturen und das Kooperationsprinzip
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Konversationsimplikaturen und logische Implikation
11. Anhand eines einfachen Beispiels wird so klar wie möglich erläutert, wie Konversationsimplikaturen entstehen. Schließlich wird die Beziehung zwischen Konversationsimplikaturen und der logischen Implikation erklärt.
Konversationsimplikaturen nutzen die Möglichkeit einer nicht-wörtlichen Bedeutung. Beispiel: Wenn jemand fragt: „Haben Sie Zeit?“, zielt dies oft auf eine nicht-wörtliche Ebene ab. Eine Konversationsimplikatur entsteht, wenn man nicht nur die wörtliche Bedeutung nutzt, sondern die andere Person aktiv am Gespräch teilnimmt und die Intention hinter der Frage versteht.
In Gesprächssituationen basieren Implikaturen daher auf einer bestimmten Konvention. Paul Grice argumentiert, dass Implikaturen existieren, weil es eine Konvention unter den Sprechern gibt, die sich gegenseitig binden, um das Gespräch zu verstehen (eine Verbindung zwischen den Teilnehmern, die nicht allein von der wörtlichen Bedeutung abhängt). Diese Konvention ist möglich, da die Beteiligten auf dem Kooperationsprinzip basieren und sich als aktive Teilnehmer des Gesprächs fühlen.
Die vier Konversationsmaximen nach Grice
Das Kooperationsprinzip ist eine grundlegende Maxime der Teilnahme. Diese basiert auf vier Prinzipien:
- 1) Maxime der Quantität: Den Informationsgehalt so informativ wie nötig gestalten.
- 2) Maxime der Qualität: Keine Unwahrheiten verbreiten oder Dinge sagen, für die man keine ausreichenden Beweise hat. Ein Verstoß liegt vor, wenn man freiwillig falsche Beiträge leistet oder durch Humor oder Absurdität die nicht-wörtliche Bedeutung untergräbt.
- 3) Maxime der Relation (Beziehung): Auch wenn man mit nicht-wörtlichen Bedeutungen spielt, müssen die Teilnehmer das Verhältnis zwischen dem Signifikanten und der beabsichtigten Bedeutung wahren.
- 4) Maxime der Modalität (Art und Weise): Klar, kurz und geordnet kommunizieren.
Alles hängt vom Kontext der Konversationsimplikaturen ab, da die nicht-wörtliche Bedeutung maßgeblich durch diesen bestimmt wird. Wenn wir dem Kontext treu bleiben, vermeiden wir es, das Gespräch zu „verraten“. Die Implikaturen entstehen aus dem Respekt und der Treue gegenüber den zuvor genannten Konversationsmaximen; sie zeigen, wie die Teilnehmer wirklich an das Gespräch und den nicht-wörtlichen Inhalt gebunden sind.
Die logische Implikation hingegen ist auf die wörtliche Bedeutung beschränkt. Die Übereinstimmung mit den logischen Auswirkungen einer Äußerung hängt direkt vom wörtlichen Inhalt ab. Die logische Folge ist somit viel stärker von der Standard-Semantik abhängig.
Beispiel-Szenarien
Szenario A:
Person A: „Hätten Sie Zeit, damit ich Sie besuchen kann?“
Person B: „Ja, Sie können zwischen 18:00 und 19:00 Uhr kommen.“
oder
Szenario B:
Person A: „Ich hatte einen schrecklichen Tag, ich bin völlig am Ende.“
Person B: „Na ja, versuch abzuschalten und dich zu erholen.“