Kooptation: Definition, Bedeutung und Beispiele
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Was ist Kooptation?
Kooptation (lateinisch cooptatio), auch Kooption oder Kooptierung genannt, bezeichnet die Ergänzungswahl, Zuwahl, Aufnahme oder Wahl von neuen Mitgliedern durch die bereits bestehenden Mitglieder einer Gemeinschaft oder eines Gremiums.
Anwendung und Funktion
Das Verfahren findet in politischen, kirchlichen und gesellschaftlichen Verbänden Anwendung. Es ermöglicht Einrichtungen oder Organen, selbst Nachfolger für ausgeschiedene Mitglieder zu bestimmen oder zusätzliche Personen hinzuzuwählen. Dies ist besonders sinnvoll, um:
- Personen mit besonderer Sachkenntnis zu gewinnen.
- Vertreter befreundeter Organisationen in die Vorstandsarbeit zu integrieren.
Kritik: Kooptation kann zur Bildung geschlossener und kohäsiver Gruppen führen, da sie dazu neigt, Gleichgesinnte zu rekrutieren und Andersdenkende durch die eigene Einigkeit auszuschließen.
Beispiele für Kooptation
- Nachfolgeregelungen in der spätrömischen Tetrarchie.
- Hochschullehrer als Angehörige von Fakultäten.
- Mitglieder von Freimaurerlogen (siehe auch: Kugelung).
- Mitglieder in Service-Clubs wie Rotary, Kiwanis, Lions Club oder Round Table.
- Mitglieder des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK).
- Mitglieder von Stiftungsvorständen oder -beiräten.
- Mitglieder der Académie Française.
- Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees.
- Kooptierte Mitglieder in Vollversammlungen von Industrie- und Handelskammern.
Demokratische Einordnung
Für die Wahl von Regierungen, Parlamenten oder anderen Repräsentativorganen ist das Verfahren der Kooptation nicht mit einem demokratischen und rechtsstaatlichen Verständnis vereinbar. Es hätte hier einen undemokratischen, oligarchischen Charakter, da Entscheidungsträger nicht durch das Volk legitimierte Personen in ihre Reihen aufnehmen würden.
Literatur
- Karl Loewenstein: Kooptation und Zuwahl. Über die autonome Bildung privilegierter Gruppen. Alfred Metzner Verlag, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-7875-5230-8.
Weblinks
- Wiktionary: kooptieren – Bedeutungserklärungen und Wortherkunft.
- Peter Steiner: Kooptation im Historischen Lexikon der Schweiz.
- Kooptieren in: Meyers Großes Konversations-Lexikon.
Verb: kooptieren
Grammatik und Flexion
Worttrennung: ko·op·tie·ren
Aussprache: [koʔɔpˈtiːʀən]
Bedeutung: [1] Hinzuwählen, durch Nachwahl zu einer Körperschaft ergänzen.
Herkunft: Von lateinisch cooptare („hinzuwählen“, „ergänzen“).
Synonyme: [1] hinzuwählen.
Beispiele
„Nach dem Tod eines Mitglieds wird von den anderen durch Wahl ein Nachfolger kooptiert.“
Übersetzungen
- Baskisch: kooptatu
- Englisch: co-opt, coopt
- Französisch: coopter
- Schwedisch: kooptera