Körperliche Aktivität: Definition, Beschreibung und Merkmale
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2. Körperliche Aktivität
Konzept: Die allgemein akzeptierte Definition von körperlicher Aktivität ist die des jährlichen Reviews der öffentlichen Gesundheit (CDC, Dezember 2005): „Körperliche Aktivität ist jede durch die Skelettmuskulatur erzeugte Körperbewegung, die einen über dem Ruheniveau liegenden Energieverbrauch bewirkt.“ Diese Definition aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit lässt sich auf bestimmte Beziehungen zu konkreten körperlichen Übungen und Situationen präzisieren:
a) Es gibt Haltungen, bei denen die Muskeln in Unbeweglichkeit verharren, etwa beim Yoga (Asanas) oder bei isometrischen Kontraktionen. Diese gelten als körperliche Aktivität, wenn der Energieverbrauch dabei deutlich ansteigt.
b) Nicht als Übungen gelten Aktivitäten, bei denen keine Muskelkontraktion stattfindet, wie Dehnungen oder Stretching, die durch die Schwerkraft entstehen. Diese werden nicht als körperliche Aktivität betrachtet.
c) Es gibt Bewegungen ohne Muskelkontraktion, wie passive Gymnastik. Diese werden ebenfalls nicht als körperliche Aktivität angesehen.
d) Die Elektrostimulation erzeugt eine Kontraktion der Skelettmuskulatur und verbraucht einige Energie. In manchen Fällen kann sie als körperliche Aktivität betrachtet werden.
Beschreibung: Körperliche Aktivität kann anhand folgender Merkmale beschrieben werden:
a) Dauer: Die Zeitspanne der aktiven Phase liegt im Allgemeinen bei wenigen Minuten.
b) Intensität: Die Intensität kann auf verschiedene Weise gemessen werden:
b1. Kalorienverbrauch pro Minute. Bei einer Person mit 70 kg liegt eine moderate Aktivität bei 3,6 bis 7,2 kcal pro Minute, eine kräftige Aktivität bei mehr als 7,2 kcal pro Minute.
b2. MET (metabolisches Äquivalent). Das MET ist eine Maßeinheit, die den Sauerstoffverbrauch des Körpers bei einer Tätigkeit im Verhältnis zum Ruhezustand angibt. 1 MET entspricht dem Sauerstoffverbrauch im Sitzen oder bei ruhigem Stehen. Eine Tätigkeit von 3 bis 6 MET gilt als moderate, eine Tätigkeit von 6 MET oder mehr als intensive körperliche Aktivität.
b3. Herzfrequenz. Moderate Aktivität liegt bei 50–70 % der maximalen Herzfrequenz pro Minute, intensive Aktivität bei 70–80 %. Die maximale Herzfrequenz ergibt sich aus 220 minus Alter.
b4. Physiologisch beobachtbare Anzeichen. Leichte körperliche Aktivität verursacht z. B. Schwitzen und eine leicht erhöhte, tiefere Atmung im Vergleich zum gewohnten Zustand.
b5. Skala nach Borg: Die subjektiv wahrgenommene Gesamtanstrengung.
c) Art: Gemäß dem jährlichen Review der öffentlichen Gesundheit wird körperliche Aktivität nach ihrer Art in folgende Kategorien eingeteilt:
1) Freizeitaktivitäten: Sport, Konditionstraining, Fitness.
2) Tätigkeiten im Haushalt: Regale aufbauen, Garten pflegen.
3) Arbeitstätigkeiten im Garten und bei Hobbys.
4) Berufliche Tätigkeit.
5) Nicht motorisierte Fortbewegung: Fahrrad fahren, Treppensteigen.
d) Zweck: Erholung, Gesundheit, Training, Gewinn von Ausdauer, Fitness erhalten, Abnehmen usw.