Kosten- und Leistungsrechnung: Formeln und Beispiele

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Abschreibungsverfahren und Buchwertentwicklung

Ausgangsdaten:

  • Anschaffungswert (AW): 100.000 €
  • Restwert am Ende der Nutzungsdauer (RW): 10.000 €
  • Nutzungsdauer (N): 5 Jahre
  • Geschätzte Gesamtfahrleistung (B): 180.000 km

1. Lineare Abschreibung

Formel: Abschreibungsbetrag = (AW – RW) / N = (100.000 € – 10.000 €) / 5 = 18.000 € pro Jahr.

Tabelle / Verlauf: Periode 1: Buchwert Anfang (BWA) 100.000 € – 18.000 € (Abschreibung) = Buchwert Neu (BWN) 82.000 €. Dieser Wert (82.000 €) ist der Buchwert Anfang (BWA) in Periode 2.

2. Geometrisch-degressive Abschreibung (Zeitabschreibung)

Ermittlung des konstanten Abschreibungsprozentsatzes auf den jeweiligen Restbuchwert.

3. Arithmetisch-degressive Abschreibung

Auch digitale Abschreibung genannt. Ermittlung des jährlichen Degressionsbetrages:

d = (AW – RW) / [N · (N + 1) / 2]

4. Leistungsabschreibung

Abschreibungsbetrag pro Leistungseinheit (a):

a = (AW – RW) / B = (100.000 € – 10.000 €) / 180.000 km = 0,50 €/km

Beispiel Periode 1: Buchwert Anfang: 100.000 €; Fahrleistung: 50.000 km. Abschreibung: 50.000 km × 0,50 €/km = 25.000 €. Neuer Buchwert: 75.000 €.

Kalkulatorische Zinsen

Beispielrechnung

  1. Summe Aktiva: 154.900 €
  2. Abzüge für nicht betriebsnotwendige Teile: Reservegrundstück –2.800 €, ungenutzte Maschinen –3.600 €, Festgeld –10.000 €
  3. Korrektur Umlaufvermögen: Vorräte (40.000 € – 36.000 € -> +2.000 €), Forderungen (35.000 € – 41.000 € -> –3.000 €), Kasse (4.000 € – 2.000 € -> +1.000 €)
  4. Betriebsnotwendiges Vermögen: 138.500 €
  5. Passivseite / Abzugskapital: Kundenanzahlungen –6.000 €, Verbindlichkeiten: 46.900 € – 36.900 € = –10.000 €
  6. Betriebsnotwendiges Kapital: 122.500 €
  7. Kalkulatorische Jahreszinsen: Bei einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 % ergibt sich: 122.500 € × 5 % = 6.125 €

Vorgehensweise zur Zinsermittlung

Das betriebsnotwendige Kapital wird mit dem kalkulatorischen Zinssatz multipliziert. Die Berechnung erfolgt in drei Schritten:

  1. Ermittlung des betriebsnotwendigen Vermögens: Alle Vermögensgegenstände, die der Erreichung des eigentlichen Sachziels des Unternehmens dienen.
  2. Bewertung des betriebsnotwendigen Vermögens: Erfolgt entweder nach der Restwertmethode oder nach der Durchschnittsmethode (wesentliches Verfahren in der Unternehmenspraxis).
  3. Ermittlung des betriebsnotwendigen Kapitals: Berücksichtigung der Passivseite (Abzugskapital wie Lieferantenkredite, Kundenanzahlungen und sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten; zuvor wurde nur die Aktivseite betrachtet).

Methoden zur Erfassung des Materialverbrauchs

  • Festwertmethode: Basiert auf der Annahme, dass der Verbrauch dem Zugang entspricht (Summe der Zugänge).
  • Inventurmethode: Verbrauchsmenge = Anfangsbestand + Zugänge – Endbestand.
  • Skontrationsmethode (Fortschreibungsmethode): Summe der Materialabgänge laut Entnahmescheinen.
  • Rückrechnungsmethode: Ermittlung über die gefertigten Stückzahlen/Gebinde (z. B. Container A × kg A + Container B × kg B) anhand der Stücklisten und Lieferantenrechnungen.

Kostenträgerrechnung und Verkaufspreisermittlung

Gegebenes Material: Gehäuse 280 €, Elektrik 368 €, Aufhängevorrichtung 112 €, Spezialfilter 1.560 €, Glas 120 €, Lack 17 €, Kleinteile 43 €.

  1. Materialeinzelkosten (MEK): Summe aller Positionen = 2.500 €.
    Materialgemeinkosten (MGK): 2.500 € × 15 % (Kalkulationszuschlag) = 375 €.
    Materialkosten (MK): 2.500 € + 375 € = 2.875 €.
  2. Fertigungseinzelkosten (FEK): (2,5 h × 88 €/h) + (4,0 h × 115 €/h) + (4,0 h × 90 €/h) = 220 € + 460 € + 360 € = 1.040 €.
    Fertigungsgemeinkosten (FGK) = 0 €.
    Sondereinzelkosten der Fertigung (SEKF) = 42.500 € / 500 = 85 €.
    Fertigungskosten (FK): 1.040 € + 85 € = 1.125 €.
  3. Herstellkosten (HK): Materialkosten + Fertigungskosten = 2.875 € + 1.125 € = 4.000 €.
  4. Gemein- und Vertriebskosten:
    • Verwaltungsgemeinkosten: 4.000 € × 7 % = 280 €
    • Vertriebsgemeinkosten: 4.000 € × 15 % = 600 €
    • Entwicklungsgemeinkosten: 4.000 € × 12 % = 480 €
    • Sondereinzelkosten des Vertriebs = 0 €
    Selbstkosten: Herstellkosten + genannte Gemeinkosten = 4.000 € + 280 € + 600 € + 480 € = 5.360 €.
  5. Gewinn- und Listenpreiszuschlag: Gewinnzuschlag von 10 %: 5.360 € × 10 % = 536 €; Sondereinzelkosten des Vertriebs = 145 €.
    Listenpreis: 5.360 € + 536 € + 145 € = 6.041 €.
  6. Verkaufspreis: 8.630 €.

Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren

Für die Erfolgsrechnung nach dem Gesamtkosten- sowie dem Umsatzkostenverfahren werden die Herstellkosten, die Netto-Verkaufserlöse sowie die Anfangs- und Endbestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen benötigt.

Plankostenrechnung: Abweichungsanalyse

Gegebene Plandaten: Geplante Beschäftigung: 500 Stück; Gesamtkosten: 20.000 €, davon 5.000 € fixe Kosten (KF) und 15.000 € variable Kosten (KV).
Istdaten: Tatsächliche Ausbringung: 400 Stück mit Istkosten von 18.000 €.
Aufgabe: Berechnung der vorliegenden Beschäftigungs- und Verbrauchsabweichung.

  • Beschäftigungsgrad: 400 / 500 = 80 %
  • Plankostensatz: 20.000 € / 500 Stück = 40 €/Stück
  • Verrechnete Plankosten: 40 €/Stück × 400 Stück = 16.000 €
  • Sollkosten: Fixe Kosten + variable Plankosten bezogen auf die Ist-Menge = 5.000 € + (15.000 € × 400 / 500) = 17.000 €
  • Gesamtabweichung: Istkosten – verrechnete Plankosten = 18.000 € – 16.000 € = 2.000 €
  • Analyse der Abweichungen:
    • Beschäftigungsabweichung: Sollkosten – verrechnete Plankosten = 17.000 € – 16.000 € = 1.000 €
    • Verbrauchsabweichung: Istkosten – Sollkosten = 18.000 € – 17.000 € = 1.000 €

Deckungsbeitrags- und Break-Even-Rechnung

  • Deckungsbeitrag (DB): Nettoerlöse (Stückpreis × Menge) – variable Gesamtkosten
  • Betriebsergebnis: Deckungsbeitrag – fixe Kosten
  • Break-Even-Point (BEP / Gewinnschwelle Menge): Fixkosten / (Nettoerlös pro Stück – variable Stückkosten)
  • Break-Even-Umsatz (BEU): BEP × Nettoerlös pro Stück
  • Rezepturvergleich: Zur Entscheidung, inwieweit eine neue Rezeptur unter Ergebnisgesichtspunkten der alten vorzuziehen ist:
    (Nettoerlös 1 – variable Kosten 1) · x – Fixkosten 1 = (Nettoerlös 2 – variable Kosten 2) · x – Fixkosten 2

Gleichungsverfahren zur Kostenstellenrechnung

Beim Gleichungsverfahren (innerbetriebliche Leistungsverrechnung) werden Gleichungssysteme für die Verflechtung der Hilfskostenstellen aufgestellt:

Beispiel: 600 · x₁ = 6.000 € + 50 · x₁ + 30 · x₃

Die Verrechnungspreise der Endkostenstellen ergeben sich schließlich durch die Multiplikation der in Anspruch genommenen Leistungseinheiten mit den ermittelten Verrechnungssätzen der Kostenstellen.

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