Die Krise von 1917 in Spanien

Eingeordnet in Geschichte

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 2,71 KB

Die Krise von 1917

Das Jahr 1917 markierte einen Wendepunkt. Die Siege der russischen Revolution gaben der Arbeiterbewegung in Spanien neue Impulse. Die Unzufriedenheit der Arbeitnehmer, angeführt durch das katalanische Bürgertum unter Francesc Cambó, forderte Reformen und eine vollständige Erneuerung des politischen Zwei-Parteien-Systems.

Die drei Fronten der Krise

Erschwerend kam hinzu, dass sich militärische Armeekorps in sogenannten Juntas organisierten, um Beförderungen und Lohnerhöhungen zu fordern, die mit dem Anstieg der Preise nicht Schritt hielten. Da die Regierung sich weigerte, die Cortes (das Parlament) einzuberufen, versammelten sich viele Abgeordnete in Barcelona, um eine verfassungsgebende Versammlung zu fordern.

Die Regierung und die Monarchie (der König beteiligte sich aktiv am politischen Leben) wurden an drei Fronten angegriffen:

  • Arbeiterbewegung
  • Bürgertum
  • Armee

Die Situation war heikel. Ein gemeinsames Vorgehen dieser drei Kräfte hätte eine tiefgreifende Revolution auslösen können, doch das Bürgertum scheute das Risiko, und die Armee blieb dem Regime treu. Im August 1917 riefen die Arbeiter zu einem revolutionären Generalstreik auf, der jedoch innerhalb von drei Tagen von der Armee niedergeschlagen wurde. Die Unterstützung des Bürgertums endete, als Alfonso XIII. Francesc Cambó zum Minister ernannte.

Instabilität und der Weg in die Diktatur

Die Krise war zwar oberflächlich überwunden, doch das System von Cánovas war nachhaltig erschüttert. Zwischen 1917 und 1923 gab es dreizehn Regierungswechsel und zahlreiche Teilkabinette. Das politische Klima war aufgrund mangelnder politischer Führung und der miserablen Lebensbedingungen der Bevölkerung höchst instabil.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs gerieten die Bergbau- und Textilindustrie in eine Krise, was zu Arbeitslosigkeit und sinkenden Reallöhnen führte. Die Regierung versuchte 1921, die Lage durch die Einführung des Achtstundentages zu beruhigen, was jedoch kaum ausreichte.

Soziale Gewalt und der Niedergang

In Barcelona herrschte Chaos: Die anarchistische Gewerkschaft CNT verübte Anschläge gegen Arbeitgeber, die wiederum mit Gegengewalt reagierten. Im Jahr 1920 gab es in den Straßen Barcelonas 400 Todesopfer. 1921 verschärfte sich die Lage weiter, als der konservative Premierminister Eduardo Dato bei einem Bombenanschlag getötet wurde. Zusätzlich belastete der unpopuläre Marokkokrieg das Land, der 1921 in der Katastrophe von Annual gipfelte und den Ruf nach einer grundlegenden Veränderung verstärkte.

Verwandte Einträge: