Die Krise der Restauration unter Alfonso XIII (1902-1931)

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1. Alfonso XIII und die Krise des politischen Systems

Im Mai 1902 trat Alfonso XIII seine persönliche Herrschaft an. Die Zeit zwischen 1902 und 1923 war von einer ständigen politischen Krise geprägt, die schließlich in die Diktatur von Primo de Rivera mündete.

Ursachen der Instabilität

  • A) Die Rolle des Königs: Alfonso XIII griff aktiv in die Politik ein und umgab sich mit konservativen Generälen, was das Ansehen der Monarchie beschädigte.
  • B) Parteienzerfall: Der Tod historischer Führer wie Cánovas und Sagasta führte zu einer Schwächung der konservativen und liberalen Parteien.
  • C) Verlust des Einflusses: Ein schrittweiser Bedeutungsverlust des Systems.
  • D) Parlamentarische Spaltung: Das Aufkommen neuer Kräfte wie Sozialisten und Republikaner außerhalb des Systems.
  • E) Soziale Kämpfe: Zunehmende Streiks, insbesondere in Barcelona und Bilbao.
  • F) Nationalismus: Erstarken katalanischer und baskischer Bewegungen (z. B. Sabino Arana).
  • G) Militärprobleme: Moralische Folgen früherer Katastrophen und interne Schwächung der Armee.

2. Regenerationsbemühungen: Maura und Canalejas

Inspiriert durch Joaquín Costas Lehre von „Pantry und Schule“ (Bildung und Wirtschaft), versuchten Politiker wie Antonio Maura und José Canalejas, den Staat zu modernisieren.

Reformen von Maura und Canalejas

  • Maura: Gründung des Nationalen Wohlfahrtsinstituts (1908), Einführung des Sonntagsruhegesetzes und Schutz der nationalen Industrie.
  • Canalejas: Versuch der Modernisierung des parlamentarischen Systems. Das „Vorhängeschloss-Gesetz“ (1911) begrenzte den Einfluss neuer religiöser Orden. Zudem förderte er die katalanische Autonomie (Commonwealth 1914).

3. Die Krise von 1909: Die Tragische Woche

Die Ereignisse in Barcelona wurden durch den Erfolg des Nationalismus, den Anarchismus und den Antimilitarismus ausgelöst. Der unmittelbare Auslöser war die Einberufung von Reservisten für den Marokko-Krieg, was zum Generalstreik und gewaltsamen Unruhen führte. Die Hinrichtung von Francisco Ferrer sorgte international für Empörung.

4. Auswirkungen des Ersten Weltkriegs

Spanien erklärte 1914 seine Neutralität. Während das Land zum Lieferanten für kriegführende Nationen wurde und einen wirtschaftlichen Boom erlebte, führten Nahrungsmittelknappheit und soziale Spannungen zu einer Verschärfung der internen Lage.

5. Die Krise von 1917

Das Jahr 1917 war geprägt durch das Zusammentreffen dreier Krisen:

  • Militärische Krise: Bildung von Militärjuntas, die gegen die Regierung rebellierten.
  • Politische Krise: Forderungen der Opposition nach einer Öffnung der Cortes und einer Regierungsreform.
  • Soziale Krise: Ein von UGT und CNT ausgerufener Generalstreik im August 1917, der von der Regierung hart niedergeschlagen wurde.

6. Die Marokko-Frage

Die koloniale Expansion in Marokko belastete das Regime massiv. Die Katastrophe von Annual (1921), bei der tausende Soldaten gegen Abd-el-Krim fielen, löste eine Welle der Empörung aus. Der daraus resultierende Picasso-Bericht deckte Inkompetenz auf, führte jedoch zu keinen politischen Konsequenzen. Dies ebnete den Weg für den Putsch von General Miguel Primo de Rivera am 13. September 1923" " } 2023.

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