Kritik der platonischen Reminiszenztheorie im Menon

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Fälligkeitsplan: Kritik der Theorie der platonischen Reminiszenz

Analyse des Dialogs „Menon“

Nach der Exposition der religiös-mystischen Theorie der Erinnerung bei Platon stellt Sokrates die Frage, ob der Dialog als Übergang dient, um die Theorie zu entlarven – eine Demonstration ihrer „Wahrheit“, aber nicht ihrer Fragen als „Programm“.

Die Demonstration des Sokrates kann nicht als „brillant“ bezeichnet werden, doch in der „Dialektik“ finden wir die berühmte Passage von Menons Sklaven. Ein Sklave, der nie eine Unterweisung in Geometrie erhalten hat, gelangt durch einen Prozess von Versuch und Irrtum, geleitet durch Sokrates, zu dem Schluss, dass die Diagonale eines Quadrats die Seite eines Quadrats mit der doppelten Fläche des ursprünglichen Quadrats bildet. Daher wurde dieses Wissen im Leben nicht erworben, sondern die Seele hatte es „potenziell“ bereits in sich.

Synopsis: Die maieutische Methode

Das „maieutische“ Verfahren des Sokrates im Menon ist weit von der wahren sokratischen Methode entfernt, die sich in den Dialogen aus Platons Jugendzeit widerspiegelt. Dort fragte Sokrates nach der strengen Definition eines Begriffs und zeigte durch ironische Fragestellungen das Nichtwissen des Gegenübers auf, bis dieser am Ende anerkannte, nicht zu wissen, was er zuvor zu wissen glaubte.

Beide Seiten begannen dann eine Suche, da Sokrates selbst nicht im Besitz der richtigen Antwort war. Dies endete oft ergebnislos, wie etwa im Hippias Maior, wo die Jagd nach der Definition des Schönen mit den Worten des Sokrates endet: „Das Schöne ist schwierig.“

Vom Menon zum Phaidon

Im Menon erlebt man jedoch eine geschickt maskierte „Vortragslektion“. Vielleicht erkennt Platons Dialog deshalb schließlich die vorläufige Natur vieler Punkte an, betont aber nachdrücklich die Nützlichkeit der Theorie der Erinnerung, um die Skepsis der Sophisten und deren Konsequenzen zu überwinden.

Im Phaidon, im zweiten Teil der Untersuchung über die Unsterblichkeit der Seele, wird die Theorie der Reminiszenz weiter demonstriert: Menschen nutzen Standards, sie müssen über absolute Normen verfügen, da dieses Wissen implizit in ihren Vergleichen und Werturteilen enthalten ist. In Ermangelung dieser „Absoluta“ in der Sinnenwelt wird vorausgesetzt, dass die Seele diese vor ihrer „Union“ mit dem Körper besaß.

Synopsis: Abstraktion vs. Erkenntnis

Es ist möglich, die Hypothese zu unterstützen, dass universelle Konzepte durch „Abstraktion“ aus der Erfahrung gewonnen wurden. Platon lehnte diese Hypothese jedoch ab, da das Wissen dann nicht allgemein und notwendig wäre. Er zweifelte nie an der Möglichkeit des Menschen, wahre Erkenntnis zu erreichen, welche letztlich der Ausgangspunkt und das Ziel seiner Philosophie ist.

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