Die Kultur von Tartessos: Geschichte und Gesellschaft
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Die Kultur von Tartessos
Standort
Tartessos gilt als die älteste Kultur des ersten vorchristlichen Jahrtausends. Die geographischen Grenzen erstreckten sich zwischen Südportugal und der Mündung des Flusses Segura. Es scheint, dass die Kultur zwei Zentren des politischen und kulturellen Lebens besaß: eines im Westen, im Guadalquivir-Tal, und ein weiteres im Osten, in der Stadt Mastia Tarseion, dem heutigen Cartagena.
Entstehung von Tartessos
Man könnte sagen, dass Tartessos durch die Akkulturation der indigenen Bevölkerung durch die Phönizier entstand. Diese Theorie stützt sich auf die Chronologie der Besiedlung und archäologische Überreste wie polierte Keramik und roten Lack. Zudem deuten religiöse Darstellungen auf östliche Gottheiten hin, wie etwa Astarte, Baal oder Melkhart, deren Namen in Inschriften (TRT) auftauchen.
Es ist unklar, wer die indigene Bevölkerung war, die auf die Phönizier traf. Einige Historiker vermuten Völker, die über das Meer kamen, während andere an Indoeuropäer denken, die aus den Steppen nördlich des Kaukasus einwanderten und Kulturen wie die Argar-Kultur beeinflussten.
Gesellschaftsstruktur
Die Gesellschaft war eine autoritäre Monarchie. Der Großteil der Bevölkerung arbeitete in der Landwirtschaft, im Bergbau oder in der Viehzucht. Die oberen Klassen verfügten über militärische Macht, was durch reiche Grabbeigaben und Stelen belegt wird. Die soziale Hierarchie gliederte sich wie folgt:
- 1. König
- 2. Priester
- 3. Händler
- 4. Freie Männer
- 5. Sklaven
Wirtschaft
Die wirtschaftliche Grundlage bildeten Viehzucht, Landwirtschaft und Fischerei. Den größten Wohlstand brachte jedoch der Abbau von Metallen, insbesondere Gold, Silber und Zinn. Silber war die wichtigste Quelle für die Prägung von Münzen. Der Handel war für die Wirtschaft von zentraler Bedeutung: Im Tausch gegen Metalle erhielten die Tartessier Schmuck, Textilien und andere Manufakturprodukte. Dieser Tauschhandel war äußerst wichtig und förderte zudem den Austausch kultureller und religiöser Aspekte.