Kulturelle Epochen: Von der Renaissance bis zur Renaixença
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Die Moderne: Ein Überblick
Die Moderne umfasst den Zeitraum vom 15. Jahrhundert bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. In dieser Ära erlebte die europäische Gesellschaft bedeutende Fortschritte in den Bereichen Soziales, Wirtschaft und Kultur. Die Epoche gliedert sich in die Renaissance, den Barock, die Aufklärung und den Klassizismus.
Der Barock
Der Barock dominierte Europa, insbesondere Spanien und England, in einer Zeit politischer, religiöser, wirtschaftlicher und kultureller Krisen. Kunst und Literatur neigten dazu, die harte Realität durch Kunstgriffe, Verzierungen und Prunk zu verschönern oder durch Parodie, Karikatur und Satire zu verarbeiten, um Enttäuschung und Pessimismus zu bewältigen.
Francesc Vicent Garcia (1582–1623), bekannt als der Rektor von Vallfogona, gilt als der bedeutendste Vertreter des katalanischen Barocks. Sein umfangreiches Werk umfasst elegante Sonette, burleske Romanzen, beißende Satiren und Verserzählungen mit sozialen Anspielungen.
Die populäre Literatur
Die populäre Literatur, geprägt durch mündliche Überlieferung und Anonymität, bewahrte während der Moderne ihre Vitalität. Philologen des 19. Jahrhunderts widmeten sich der Sammlung von Gedichten, Liedern, Sagen und Märchen.
Das Volkslied
Volkslieder umfassen legendäre Erzählungen, Liebeslieder sowie Lieder über Räuber und Banditen. Zwischen 1540 und 1640, einer Zeit der Armut, entstand eine ausgeprägte Banditenkultur. In vielen Liedern wurde der Dieb als kleiner Held und Opfer der sozialen Umstände dargestellt, wie etwa im bekannten „Lied des Diebes“.
Das Volkstheater
Das Volkstheater diente ursprünglich der Vermittlung religiöser Inhalte. Es gab verschiedene Zyklen:
- Weihnachtszyklus: Geburt Christi
- Osterzyklus: Leiden, Tod und Auferstehung Christi
- Marianischer Zyklus: Leben der Jungfrau Maria
- Hagiographischer Zyklus: Leben der Heiligen
Das profane Volkstheater, bekannt als Entremès (kurze dramatische Stücke), nutzte komische oder burleske Charaktere und eine direkte, umgangssprachliche Sprache.
Die Renaissance und die Renaixença
Während die Renaissance in Europa florierte, war das literarische Schaffen in katalanischer Sprache zunächst gering. Erst im 19. Jahrhundert begann mit der Renaixença die Wiederherstellung des Katalanischen als Kultursprache, stark beeinflusst durch die Romantik und die Industrialisierung.
Das Programm der Renaixença
Die Ziele der Bewegung waren:
- Förderung der literarischen Tätigkeit in katalanischer Sprache.
- Anschluss an europäische literarische Strömungen.
- Wiederentdeckung der Geschichte und der mittelalterlichen Traditionen.
- Schaffung eines kulturellen und politischen Bewusstseins für die katalanische Nation.
Drei ikonische Momente
- 1833: Veröffentlichung von „La Pàtria“: Das Gedicht von Bonaventura Carles Aribau markiert den Beginn der Renaixença und würdigt die Nation, Geschichte und Sprache.
- 1859: Gründung der „Jocs Florals“: Diese Dichterwettbewerbe förderten die katalanische Poesie mit dem Motto „Vaterland, Glaube, Liebe“.
- 1877: Veröffentlichung von „L'Atlàntida“: Das Werk von Jacint Verdaguer gilt als das erste große Epos der zeitgenössischen katalanischen Literatur.