Kultureller Relativismus: Definition, Ethik und Grenzen
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Herausforderungen des kulturellen Relativismus
Der kulturelle Relativismus sieht sich ernsthaften Einwänden gegenüber. Kultur zeichnet sich durch Sprache aus – nicht nur durch mündliche oder schriftliche Kommunikation, sondern auch durch die Sprache der Kunst. Alle diese Ausdrucksformen haben eines gemeinsam: Kultur ist in ihrer Erscheinung symbolisch, da der Mensch ein symbolisches Wesen ist.
Tradition und pädagogischer Prozess
Kultur wird von Individuum zu Individuum innerhalb einer Gesellschaft übertragen. Sie ist historisch gewachsen und erfordert einen Rahmen, der Lernen ermöglicht. Somit impliziert Kultur einen pädagogischen Prozess, der über den ursprünglichen familiären Rahmen hinausgeht.
Kultur und ökologische Verantwortung
Es ist zu beachten, dass Kultur respektvoll gegenüber der Natur sein muss. Sie sollte ökologisch ausgerichtet sein, da die Natur als Lebensgrundlage dient, ohne dass der Mensch sich als deren alleiniger Eigentümer betrachtet.
Die These des kulturellen Relativismus
Die grundlegende These besagt, dass alle Kulturen gleichwertig sind und keine Kultur a priori über eine andere gestellt werden kann, da es keinen universellen kulturellen Nenner gibt. Dies gilt jedoch nur, sofern die kulturellen Manifestationen einer Gesellschaft nicht gegen die Menschenwürde verstoßen.
Gefahren des radikalen Relativismus
Ein radikaler kultureller Relativismus führt zur Unterdrückung ethischer Standards im sozialen Bereich sowie zu persönlichem und psychologischem Nihilismus. Er kann durch die Erkenntnis überwunden werden, dass kulturelle Konstanten eine Folge der Einheit der menschlichen Natur sind.
- Kulturelle Konstanten: Diese ermöglichen es uns, Positionen zu bewerten. Ein klares Beispiel hierfür ist das Inzestverbot.
- Grenzen der Ethik: Kultureller Relativismus sollte nicht unreflektiert auf alle Bereiche des menschlichen Seins und der Ethik extrapoliert werden.
- Moralischer Relativismus: Kultureller Relativismus bedeutet nicht zwangsläufig moralischen Relativismus.
Technischer Fortschritt und historische Herausforderungen, wie etwa die Sklaverei, werfen neue moralische Fragen auf, die eine ethische Bewertung unabhängig vom kulturellen Entwicklungsstand erfordern.