Die Kunst des alten Ägypten: Merkmale und Bedeutung
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Einführung
Die ägyptische Kunst wurde maßgeblich durch den Wunsch der Pharaonen geprägt, zeitlose Werke für die Nachwelt zu schaffen. Dies ist der Grund, warum Stein als primäres Material für die wichtigsten Bauwerke verwendet wurde.
Zwei Aspekte sind für die ägyptische Kunst, die sich über 3000 Jahre entwickelte, besonders prägend: die Anonymität ihrer Schöpfer und ein unabhängiger Stil. Die ägyptischen Künstler blieben meist namentlich unbekannt; im Vordergrund stand die Figur des Königs. Die Kunst diente dazu, die Macht des Pharaos und die Größe seines Reiches zu unterstreichen. Zudem blieb die ägyptische Kunst weitgehend unbeeinflusst von historischen Ereignissen oder ausländischen Trends – oft waren es vielmehr die Eindringlinge, die von ägyptischen Ausdrucksformen beeinflusst wurden.
Religion und künstlerische Kanons
Die ägyptische Kunst war tief mit der Religion und dem politischen Zentralismus verwoben. Der Alltag war vom Glauben an das Jenseits und dem Streben nach Ewigkeit geprägt. Der Künstler war meist ein Beamter im Dienst des Staates oder der Tempel. Techniken wurden in Schulen gelehrt und vom Vater auf den Sohn übertragen. Da alles nach festen Kanons erstellt werden musste, blieb wenig Raum für individuelle Originalität; die Kunst war repetitiv und nutzte über Jahrhunderte hinweg die gleichen Muster.
Für die Ägypter gab es keinen Unterschied zwischen einem Künstler und einem Handwerker. Objekte wurden für ihre Praxistauglichkeit geschaffen, wobei jedoch stets eine perfekte und ästhetische Ausführung angestrebt wurde.
Skulptur und Malerei
Die ägyptische Kunst zeichnet sich durch eine beeindruckende Beständigkeit aus.
Skulptur
Die Bildhauer bevorzugten resistente Materialien wie Granit, Basalt oder Porphyr. Die Skulptur diente primär der Dekoration von Tempeln und Gräbern. Charakteristisch sind die Frontalität, die Unbeweglichkeit und die kubische Form. Die Figuren wirken oft wie architektonische Elemente. Trotz der Stille der Darstellung besitzen viele Werke, wie etwa der Kopf der Nofretete, eine große Eleganz und Anmut. Kolossale Statuen dienten der Verherrlichung der Könige.
Reliefs
Reliefs schmückten Wände, Säulen und Grabstelen. Sie zeigen geometrische Linien und Rhythmen. Während Kopf und Füße meist im Profil dargestellt sind, werden Oberkörper und Gesicht von vorne gezeigt. Man unterscheidet zwischen erhabenen und hohlen Reliefs.
Malerei
Die Malerei war eng mit der Architektur verbunden. Die schönsten Beispiele stammen aus dem Neuen Reich. Die Themen reichen von religiösen Motiven bis hin zu Szenen aus dem Alltag wie Jagd, Fischerei oder Ernte, die den ägyptischen Optimismus widerspiegeln.
- Perspektive: Der Raum ist zweidimensional. Körperteile werden aus dem jeweils charakteristischsten Blickwinkel dargestellt.
- Farbe: Es wurde mit Lokalfarben gearbeitet, die oft eine symbolische oder religiöse Bedeutung hatten.
- Idealisierung: Die Dinge werden so dargestellt, wie sie sein sollten, nicht zwingend, wie sie in der Realität erscheinen.
Architektur
Die ägyptische Architektur zeichnet sich durch sehr breite, schräge Wände aus, die nach oben hin schmaler werden. Da die Architekten keine Gewölbe verwendeten, handelt es sich um eine Sturzarchitektur, die ein Gefühl von Stabilität vermittelt. Die Gebäude sind reich mit Pflanzenmotiven, Tieren und Hieroglyphen verziert, die heute eine wichtige Quelle für die Geschichtsschreibung darstellen.