Die Kunst und Architektur der islamischen Welt
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Dekorative Elemente in der islamischen Kunst
- Die Handschrift: Sie gilt als wichtigste Kunstform, da das Schreiben dazu dient, dem Wort Gottes Gestalt zu verleihen. Die Schrift erfüllt eine doppelte Funktion: eine dekorative und eine ikonografische. Sie ist gleichbedeutend mit den heiligen Bildern der christlichen Kunst und dient als Mittel zur Übertragung der göttlichen Botschaft. Die Inhalte sind vielfältig: Verse aus dem Koran, fromme Botschaften oder Gedichte. Es gibt zwei Hauptarten: Kufisch (kantige Züge, nüchtern und gerade) und Nasch (kursiv, mit hoher Flexibilität und Flüssigkeit, die normale Schriftform).
- Pflanzliche Motive: Die Grundlagen bilden Rosetten, Palmetten, Akanthusblätter, Ranken und Schriftrollen. Stilisierte Pflanzenmotive sind vom klassischen Akanthus inspiriert, besonders ausgeprägt in der Zeit des Kalifats von Córdoba. Die Arabesken-Ornamentik ist komplex und verwebt geometrische Designs mit der architektonischen Struktur.
- Geometrische Motive: Die Geometrie repräsentiert die Unteilbarkeit Gottes. Der Kreis gilt als perfekte Form und dient als Vorlage für weitere Muster. Es ist eine eher intellektuelle als emotionale Kunst mit mathematischer Grundlage. Typisch sind mixtilineare Zweige, Rauten, geflochtene Bänder und karierte Muster. Die Muqarnas-Dekoration (Tropfsteingewölbe) besteht aus nebeneinander angeordneten Prismen, die nach unten gerichtet Stalaktiten bilden.
- Die Bedeutung von Wasser und Licht: Wasser ist ein grundlegendes architektonisches Element, da es eine kühlende, rituelle und symbolische Funktion vereint und als Spiegel für die Gebäude dient. Licht wird genutzt, um Designelemente zu verändern und ornamentale Formen zu erzeugen.
Die Moschee: Zentrum der islamischen Architektur
Die Moschee ist der Inbegriff der religiösen islamischen Architektur. Der Islam schuf für das gemeinschaftliche Gebet ein sehr ursprüngliches Gebäude: die Moschee, was wörtlich als „Ort des Niederwerfens“ übersetzt werden kann. Die Moschee ist kein Tempel im eigentlichen Sinne, da sie keine Göttlichkeit beherbergt; sie ist lediglich ein Ort des Gebets.
Struktur und Morphogenese der Moschee
Um die Struktur der Moschee zu verstehen, muss man ihre Ursprünge analysieren:
- Ursprung: Die Form orientiert sich am Gebet im Hof des Hauses von Mohammed in Medina, was die Gestaltung der ersten Moscheen maßgeblich beeinflusste.
- Haram (Betsaal): Der Teil der Terrasse, der mit Stämmen und Palmblättern bedeckt war, um die Betenden vor der Sonne zu schützen.
- Sahn: Der Teil der Terrasse, der unbedeckt blieb.
- Qibla-Wand: Sie legt die Gebetsrichtung fest. Diese Ausrichtung orientierte sich ebenfalls am Haus Mohammeds: Zuerst nach Jerusalem, nach Streitigkeiten mit den Juden dann nach Mekka.
- Mihrab: Er erschien zuerst in der Moschee von Medina. Es ist eine kleine Nische, die in die Gebetsrichtung weist und den Platz symbolisieren soll, an dem Mohammed als erster Imam das Gebet leitete.
- Minbar (Kanzel): Eine Art Hochstuhl mit einer Aufstiegsleiter, normalerweise rechts neben dem Mihrab. Von hier aus hielt der Gebetsleiter am Freitag die Predigt.
- Maqsura: Ein durch eine Trennwand vom restlichen Betsaal abgetrennter Bereich neben Mihrab und Minbar. Es ist ein geschützter Bereich für das Gebet des Kalifen.
- Minarett: Ein Turm, von dem aus der Muezzin zum Gebet ruft.