Kunstgeschichte: Von Ägypten bis zur griechischen Antike
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Ägyptische Kunst und Proportionen
Hesire (2668–2589 v. Chr.): Diese 114 cm große Holzskulptur, ausgestellt im Ägyptischen Museum in Kairo, folgt harmonischen Proportionen, die einen perfekten Einklang zwischen den Körperteilen bilden. Die Faust dient als Modul für die Maßeinheit: Die perfekte Länge beträgt 18 Faustbreiten (2 für das Gesicht, 10 von den Schultern bis zu den Knien und die restlichen 6 für die Beine und Füße).
Das Gesetz der Frontalität wird in dieser Skulptur deutlich: Die Ausrichtung von Schultern und Hüften ermöglicht eine vertikale Teilung des Bildes. Auch die geradlinige Vision ist charakteristisch, wobei die Ägypter alle vier Seiten einer Figur (vorne, hinten und die beiden Seiten) in einer Darstellung vereinten.
Mykerinos (2532–2504 v. Chr.): Diese 92,5 cm große Schieferstatue zeigt den Pharao zwischen der Göttin Hathor und der Präfektur Kynopolis. Hier herrscht das Gesetz der Frontalität. Die Darstellung betont Machtsymbole wie Augenmuskeln, Bart und Tiara, statt eine originalgetreue Kopie der Wirklichkeit zu sein.
Weitere bedeutende ägyptische Artefakte sind die Nofretete (polychromer Kalkstein, 50 cm, Berlin) und die Goldmaske des Tutanchamun (mit Einlagen aus Steinen und Glaspaste, Kairo).
Griechische Architektur: Der Parthenon
Der Parthenon (447–432 v. Chr.) in Athen wurde von den Architekten Iktinos und Kallikrates aus Pentelischem Marmor erbaut (69,5 x 30,8 x 18 m). Als dorischer Peripteros-Tempel zeichnet er sich durch seine harmonische Anordnung aus. Die künstlerische Oberaufsicht führte Phidias; die Friese und Giebel wurden mit polychromen Reliefs gestaltet. Insgesamt 92 Metopen zieren die Seiten des Tempels und erreichen eine anatomische Perfektion.
Klassische griechische Bildhauerei
Der Kanon der idealen Schönheit wird durch Werke wie den Doryphoros und den Apoxyomenos verkörpert. Diese anthropozentrischen Figuren zeigen Bewegung und Ausgewogenheit:
- Polyklet: Entwickelte den Kanon von 7 Kopfhöhen.
- Lysippos: Entwickelte den Kanon von 8 Kopfhöhen.
Die Skulpturen nutzen das Prinzip des Kontraposts, bei dem das Gewicht auf einem Bein ruht, während das andere gebeugt ist. Der Diadumenos (430 v. Chr.) von Polyklet (römische Kopie in Athen) zeigt zudem eine hohe Konzentration und Dynamik.
Weitere bedeutende Werke
- Aphrodite von Knidos (Praxiteles, 360 v. Chr.): Römische Kopie (205 cm), Vatikanische Museen.
- Hermes mit dem Dionysos-Kind (Praxiteles): Marmor (213 cm), Museum von Olympia.
- Herkules Farnese (Glykon, 3. Jh. n. Chr.): Römische Kopie aus den Caracalla-Thermen (317 cm), Museum in Neapel.
- Laokoon-Gruppe (Agesandros, Polydoros und Athenodoros): Marmor (242 cm), Vatikanische Museen; das Werk betont den menschlichen Schmerz.