Kunstgeschichte: Vom Impressionismus zur Avantgarde
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(5) Vom Impressionismus zur Avantgarde
Im Jahr 1870 entstand eine künstlerische Strömung namens Impressionismus. Dies war die erste einer Reihe von Bewegungen, welche die Kunst zwischen 1870 und 1914 tiefgreifend erneuerten. Claude Monet (1840–1920), Édouard Manet (1830–1883) und Pierre-Auguste Renoir (1841–1919) sind, zusammen mit Edgar Degas, die vier wichtigsten Maler dieser Epoche. Am Ende des 19. Jahrhunderts formierte sich zudem eine Gruppe von Post-Impressionisten, zu denen Vincent van Gogh (1853–1890) und Henri de Toulouse-Lautrec gehörten.
Merkmale und Techniken der Impressionisten
Die Impressionisten waren nicht an der Darstellung einer objektiven Realität interessiert, da sie davon überzeugt waren, dass die Fotografie diese Aufgabe bereits erfüllte. Ihr Ziel war es, das Licht in einem flüchtigen Augenblick einzufangen, wie etwa zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs. Sie bevorzugten Landschaften mit Wasserflächen, um die Reflexionen des Lichts darzustellen (z. B. Impression, Sonnenaufgang von Claude Monet). Die Impressionisten verzichteten auf die Arbeit im Atelier und malten ihre Werke direkt im Freien (En-plein-air-Malerei). Charakteristisch war ihre lockere Malweise: Die Bilder wurden ohne Vorzeichnung angefertigt, wobei reine Farben in kleinen, deutlichen Pinselstrichen aufgetragen wurden (z. B. Monet bei der Arbeit in seinem Boot von Édouard Manet). Für die Impressionisten war das Thema des Gemäldes zweitrangig; jeder Ort war es wert, gemalt zu werden. Dennoch zeigten sie eine Vorliebe für Landschaften und Szenen des täglichen Lebens (z. B. Tanz im Moulin de la Galette von Pierre-Auguste Renoir).
Post-Impressionismus und die künstlerische Avantgarde
Die Post-Impressionisten bewahrten das Interesse der Impressionisten am Licht, betonten jedoch wieder stärker die Bedeutung der Zeichnung. Vincent van Gogh ist berühmt für seine Landschaften und zwei besondere Merkmale seines Stils: die gewundene Linienführung und das „Zittern der Erde“. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlangte die künstlerische Avantgarde Berühmtheit. Dabei handelt es sich um eine Reihe bildnerischer Bewegungen, die einen schnellen Fortschritt anstrebten. Obwohl sie sich voneinander unterschieden, einte sie der Wunsch, die traditionelle Kunst zu überwinden. Die Avantgarde war nicht an klassischen Elementen wie der Nachahmung der Wirklichkeit oder der perspektivischen Raumschaffung interessiert. Stattdessen strebte sie nach ständiger Innovation.
Fauvismus und Expressionismus
Der Fauvismus war die erste Avantgarde-Bewegung. Sein wichtigstes Merkmal war der willkürliche Einsatz von Farben. Henri Matisse (1869–1954) war der bedeutendste Vertreter (z. B. Der grüne Streifen). Der Expressionismus war eine weitere bedeutende Strömung. Auch die Expressionisten nutzten Farben willkürlich, doch ihr Hauptfokus lag auf der Darstellung des Inneren: Gefühle, Ängste und Emotionen. Um dies zu erreichen, verwendeten sie verzerrte Figuren und eine zickzackförmige Linienführung. Edvard Munch (1863–1944) war mit seinem Werk Der Schrei einer der radikalsten Pioniere.
Der Kubismus und neue Sichtweisen
Der Kubismus brach radikal mit der traditionellen Existenz eines einheitlichen Blickwinkels auf Objekte. Die Kubisten wollten dasselbe Objekt aus vielen verschiedenen Perspektiven gleichzeitig darstellen. Die Einführung der Collage-Technik war ein weiterer wichtiger Beitrag dieser Bewegungen. Pablo Picasso (1881–1963) und Georges Braque (1882–1963) waren hierbei die prominentesten Vertreter (z. B. Frau mit Gitarre).