Kunstgeschichte: Von Pop-Art bis zum Neoklassizismus
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Pop-Art: Kunst der Populärkultur
Pop-Art war eine wichtige Kunstrichtung des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie ist durch die Verwendung von Bildern aus der Populärkultur gekennzeichnet, wie etwa Werbung, Comic-Bücher und kulturelle "profane" Objekte. Pop-Art wird gemeinhin als Reaktion auf die damals herrschenden Ideale des Abstrakten Expressionismus gedeutet. Sie ersetzte die destruktiven Impulse, die Satire und die anarchische Dada-Bewegung. Unter den Künstlern der Bewegung gelten Marcel Duchamp, Kurt Schwitters und Man Ray als Vorläufer. Die Bewegung selbst entstand Mitte der 1950er Jahre im Vereinigten Königreich und in den späten 1950er Jahren in den Vereinigten Staaten – jeweils mit unterschiedlichen Motivationen. In den Vereinigten Staaten markierte sie die Rückkehr des Hard-Edge-Designs (scharfe Konturzeichnung) und der darstellenden Kunst als Antwort von Künstlern, die der unpersönlichen, banalen Realität mit Parodie und Ironie begegneten, um die persönliche Symbolik des Abstrakten Expressionismus zu überwinden.
Op-Art: Die Kunst der optischen Täuschung
Optical Art (Op-Art) ist eine Kunstrichtung, die 1958 in den Vereinigten Staaten entstand. Es handelt sich um eine abstrakte künstlerische Bewegung, deren malerische Kompositionen auf rein optischen Phänomenen basieren. Durch die Illusion von Bewegung auf einer zweidimensionalen Oberfläche werden die Empfindungen des menschlichen Auges durch optische Täuschungen genarrt. Op-Art interagiert mit dem Betrachter und erzeugt ein Gefühl von Bewegung durch virtuelle Effekte der optischen Illusion. Diese Situation löst eine dynamische Antwort des Auges und eine gewisse psychologische Reaktion aus, die sich aus ihrer auffälligen Erscheinung ergibt. Sie wird für den Bau von Perspektiven verwendet, die das Auge nicht im Raum fixieren kann, wie etwa der Rubin-Effekt, der aus konvexen Figuren entdeckt wurde. Die Werke gehen aus der Interferenz von Linien und konzentrischen Kreisen sowie anderen Wahrnehmungsillusionen wie Instabilität, Vibrationen oder Verwirrung hervor.
Merkmale der Op-Art:
- Das vollständige Fehlen realer Bewegung: Alle Werke sind physisch statisch, wodurch sie sich von der kinetischen Kunst unterscheiden.
- Ziel ist es, visuelle Effekte wie scheinbare Bewegung, Schwingung, Flimmern oder Unschärfe zu erzeugen.
- Nutzung von Ressourcen wie parallelen, geraden und gewundenen Linien sowie markanten Farbkontrasten (entweder poly- oder dichromatisch).
- Veränderung von Form und Größe sowie die Kombination und Wiederholung von Figuren. Es werden einfache geometrische Formen wie Rechtecke, Dreiecke und Kreise in komplexen Gebilden verwendet.
Naturalismus in der Fotografie
Naturalistische Fotografie bedeutet, wie das Wort schon sagt, die Natur einzufangen. Bilder der Natur werden im künstlerischen, testimonialen oder dokumentarischen Zusammenhang festgehalten.
Im Allgemeinen wird die Fauna in zwei Gruppen aufgeteilt: Flora und alles, was zu Landschaftskompositionen gehört.
Naturalistische Fotografie ist etwas, das wir jeden Tag sehen. Der Autor sucht stets nach dem praktischen Moment für die Erfassung guter Bilder, wie hier in den Händen des italienischen Fotografen Luca Cavallari.
Realismus: Dokumentation der Wirklichkeit
Der Realismus in der Fotografie hat sich im Laufe der Geschichte durch verschiedene Bewegungen entwickelt. Der fotografische Realismus legt besonderes Augenmerk auf die fotografische Dokumentation der Wirklichkeit, oft unter Verzicht auf rein ästhetische Werte des Bildes.
Man kann den Begriff "Realismus" auch im Gegensatz zur "Abstraktion" verstehen. Während der Realismus die Außenwelt durch erkennbare Bilder definiert, ersetzt die Abstraktion diese durch Gesten oder Zeichen, die den mentalen Prozess oder die innere Welt des Künstlers widerspiegeln. Im weiteren Sinne wird der Begriff "Realismus" auch verwendet, um anzuzeigen, dass eine Kamera oder ein Film Farben und Details sehr präzise und "real" wiedergibt.
Zeitgenössische und postmoderne Fotografie
Aspekte der Postmoderne
Die Fotografie ist eine mehrdeutige, postmoderne Kategorie. Dies liegt an drei Hauptgründen: der Zweideutigkeit des Begriffs Postmoderne, dem Nebeneinander antagonistischer Praktiken und der Tatsache, dass sie weniger einen Bruch mit der modernen Fotografie darstellt, sondern eher wie eine Neo-Avantgarde wirkt, die den ursprünglichen Prinzipien der Moderne ähnelt. Der Widerstand gegen die Hegemonie der "Straight Photography" reicht oft nicht aus, um eine klare historiographische Kategorie zu bilden.
Markt und Legitimität
Die postmoderne fotografische Tätigkeit ist untrennbar mit dem Kunstmarkt verbunden. Seit den achtziger Jahren hat die Fotografie eine neue Hegemonie erlangt und nimmt nun den dominanten Platz ein, den zuvor die spätmoderne Malerei innehatte. Diese Beziehung zum Markt prägt die Debatte über die Repräsentation im Bild und die Legitimität der Fotografie als Hochkultur. Fragen zur Reproduzierbarkeit, zum Verlust der Aura und zum Verhältnis zwischen Fotografie und Malerei werden hierbei untrennbar miteinander verknüpft.
Impressionismus: Licht und Momentaufnahme
Edgar Degas gilt als einer der Begründer des Impressionismus. Doch sein Stil unterschied sich in mehrfacher Hinsicht von der Gruppe, vor allem durch seine Vorliebe für städtische Themen und künstlich beleuchtete Szenen statt der Leidenschaft für die Natur und das natürliche Licht. Sein akademischer Hintergrund zeigt sich in seinen Zeichnungen, die ein wesentlicher Bestandteil seines Handwerks waren. Er nutzte Öl-Techniken und Pastellfarben mit Bildausschnitten, die bereits eine deutliche Nähe zur Fotografie aufwiesen.
Barock: Dramatik und Realismus
Während des Barocks nahm die Malerei eine herausragende Rolle im künstlerischen Ausdruck ein. Sie war der charakteristische Ausdruck religiöser Macht in katholischen Ländern und des bürgerlichen Geschmacks in protestantischen Regionen.
Es entwickelten sich neue Genres wie Stillleben, Landschaften, Porträts und Genrebilder. Zudem wurde die Ikonographie religiöser Themen bereichert. Es gab einen Trend zum Realismus, der mit einer theatralischen und prunkvollen Darstellung verbunden wurde.
Surrealismus: Bilder des Unbewussten
Der Surrealismus in der Fotografie orientierte sich grundlegend an der Artikulation unbewusster Bilder der Wirklichkeit. Dabei wurden zwei Verfahren genutzt: manipulierte Fotografien (technischer Surrealismus) und nicht manipulierte, sogenannte "gefundene" surrealistische Motive.
Für manipulierte Fotos wurden Techniken erfunden, um Ideen wie Automatismus und freie Assoziation zu vermitteln. Um zu verstehen, wie Fotografie surreal wirken kann, muss man bedenken, dass die Manipulation des Bildes dazu dient, die Regeln der Realität zu brechen und Raum für freie Erfindung und Kreativität zu schaffen.
Rokoko: Verspieltheit und Sinnlichkeit
Das Rokoko ist durch eine Vorliebe für leuchtende, sanfte und klar definierte Farben gekennzeichnet. Es überwiegen Formen, die von der Natur und der Mythologie inspiriert sind, sowie die Schönheit nackter Körper und Themen der Galanterie. Es ist eine Kunst des täglichen Lebens und der menschlichen Beziehungen, die ohne starken religiösen Einfluss auskommt. Der Stil spiegelt das Angenehme, Raffinierte, Exotische und Sinnliche wider.
Neoklassizismus und der fotografische Akt
Die Fotografie spielt hier eine zentrale Rolle. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war neben Porträts und Landschaften der Akt ein beliebtes Thema. Oft versuchte das fotografische Medium, die realistische Malerei zu ersetzen. Der Akt wurde zunehmend im Zusammenhang mit Sport und Wissenschaft gesehen, wodurch er seine rein erotischen Eigenschaften verlor und einen sozialen Raum einnahm. Die historische Entwicklung des Nackten in der Fotografie verlief parallel zu den kreativen Bewegungen in Malerei, Skulptur und Zeichnung.