La Celestina: Analyse von Fernando de Rojas' Werk
Eingeordnet in Sprache und Philologie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,77 KB
Die Geschichte
La Celestina ist eine tragische Liebesgeschichte, in der Calisto, ein junger Bürger, in die schöne Melibea aus einer privilegierten Klasse verliebt ist, die ihn jedoch abweist. Calisto vertraut sich seinem Diener Sempronius an, der ihm die Hilfe der Kupplerin Celestina empfiehlt. Durch ihre Weisheit und ihre Zaubersprüche gelingt es ihr, die jungen Menschen zu vereinen. Später töten die Bediensteten Celestina, weil sie die Bezahlung nicht teilen wollte. Calisto stirbt nach einem Sturz von der Mauer des Hauses von Melibea, die daraufhin aus Liebe Selbstmord begeht.
Ausgaben
- Komödie von Calisto und Melibea (Burgos, 1499): Erste Edition mit 16 Akten. Ihr geht ein Schreiben des Autors an seinen Freund voraus, in dem die Umstände der Entstehung des Textes dargelegt werden.
- Tragikomödie von Calisto und Melibea (Sevilla, 1502): Besteht aus 21 Akten. Ein Vorwort erklärt die Titeländerung und die Hinzufügung von 5 Akten (Tratado de Centurio) zwischen dem 14. und 19. Akt. In dieser Ausgabe stirbt Calisto am Ende des 19. Aktes.
Autor
Fernando de Rojas (1475–1541). Der erste Akt wurde in einer fortlaufenden Geschichte gefunden, die nach 15 Tagen Urlaub endet. Da man es für unwahrscheinlich hielt, dass das Werk von zwei Autoren geschrieben wurde, war dies lange umstritten. Heute ist die doppelte Autorenschaft weitgehend akzeptiert, wobei es Stimmen gibt, die einen einzigen Schöpfer verteidigen oder sogar an drei Autoren glauben (der dritte für die Ergänzungen der Tragikomödie).
Genre
Das Genre ist Gegenstand umfangreicher Kontroversen. Es handelt sich um ein dramatisches Werk aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Mangel an Handlung, die langen Reden, die Dauer des Werkes und die häufigen Szenenwechsel führten dazu, dass man von einem dramatischen Roman oder sogar von einem gattungslosen Werk sprach. Heute gilt es als humanistische Komödie.
Die literarische Sprache
Während des 15. Jahrhunderts befand sich die Sprache in einer Entwicklungsphase. Die sprachliche Situation ähnelt der heutigen. Die erste Grammatik dieser Zeit wurde 1492 von Nebrija verfasst.
Merkmale:
- Erweiterung des Wortschatzes, primär durch Kultismen.
- Längere, komplexere und reichhaltigere Sätze.
- Häufigere Hyperbata und vorangestellte Adjektive vor dem Substantiv.
Literarische Themen
- Liebe: Die sogenannte höfische Liebe, bei der ein Liebender (Dichter) eine Dame einer höheren Klasse preist, die sich ihm gegenüber schwerfällig und grausam zeigt. Der Dichter ist resigniert und liebt im Stillen. Die höfische Liebe entstammt den Höfen der Provence des 12. Jahrhunderts.
- Tod: Aus mehreren Gründen wichtig: Der Tod war im Mittelalter aufgrund von Kriegen und Epidemien (Pest, Lepra) allgegenwärtig. Es gab Predigten des Memento Mori durch Bettelorden sowie die Verbreitung von Todesdarstellungen. Das Wohlergehen der Bourgeoisie führte dazu, keine Angst mehr vor dem Tod zu haben. Häufige Wiederholung des Themas Ubi sunt?. Der menschliche Körper wird als Leiche in einer korrupten Realität dargestellt; der makabre Totentanz wird vielfältig abgebildet.
- Schicksal (Fortune): Ein zentrales Thema dieser Zeit. Der Mensch kann nichts gegen seinen Willen tun.
- Ruhm (Fame): Die Möglichkeit des Menschen, die Zeit zu überdauern und den Tod zu überleben.
- Politische und gesellschaftliche Satire: Die Höflinge nutzten politische Satire gegen die Könige.