La Celestina: Bedeutung und historischer Kontext

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Bedeutung von La Celestina in der spanischen Literatur

La Celestina gilt als Meisterwerk des 15. Jahrhunderts und als eines der herausragendsten Werke der spanischen sowie der Weltliteratur. Der Gelehrte Menéndez Pelayo stellte fest, dass La Celestina in Abwesenheit von Don Quijote den ersten Platz unter den fiktionalen Werken Spaniens einnehmen würde. Die Figur der Celestina gehört zudem zur Galerie der universellen Charaktere der spanischen Literatur, zusammen mit Don Quijote, Sancho Pansa und Don Juan.

Historischer, sozialer und kultureller Kontext

La Celestina erschien in der Übergangszeit vom 15. zum 16. Jahrhundert während der Herrschaft von Ferdinand und Isabella. In dieser Ära begann für Spanien eine glanzvolle Phase der Geschichte.

Kulturell gesehen war die Ära der Katholischen Könige ein wichtiger Schritt in Richtung der neuen Renaissance-Formen. Diese standen im Konflikt mit den mittelalterlichen Strukturen des 15. Jahrhunderts und erreichten ihre höchste Ausprägung unter der Herrschaft Karls I.

Die Konsolidierung des Humanismus

Es handelt sich um eine Phase der Konsolidierung des Humanismus. Dies ist eine kulturelle, intellektuelle und politische Bewegung, welche die Texte der griechisch-römischen Antike zur Grundlage der individuellen Bildung macht. Wesentlich sind das Studium der Geisteswissenschaften sowie alles, was Freiheit und Würde betrifft. Das Interesse am Menschen wird zum zentralen Schlüssel.

Diese Bewegung entstand im 14. Jahrhundert in Italien und verbreitete sich im 15. Jahrhundert in ganz Europa. Der erste große Humanist war Francesco Petrarca, der zusammen mit Dante und Boccaccio zu den „Drei Kronen“ des italienischen Trecento gehörte.

In Spanien löste der Humanismus den Wunsch aus, die Volkssprache durch lateinische Phrasen zu veredeln und die Syntax an das Lateinische anzupassen, um Schriften eine gehobene Anmutung zu verleihen. Bei Fernando de Rojas ist dieser latinisierende Trend deutlich erkennbar.

Anthropozentrismus und neue Lebensauffassung

Es begann eine neue Konzeption des Lebens, die sich vom Mittelalter unterscheidet: Der Mensch wird zum Herz und Maß aller Dinge. Daraus entsteht der Anthropozentrismus, der Glaube an den Menschen selbst. In La Celestina manifestiert sich diese Vision bereits deutlich.

La Celestina ist das erfolgreichste Werk dieser Zeit, in der auch Liebesromane wie Cárcel de Amor (Gefängnis der Liebe) ihren Höhepunkt erreichten. Ebenso florierte die Ritterliteratur, wobei Amadis von Gallien als Prototyp des Liebhabers und Beispiel für Mut galt.

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