Landwirtschaft und Fischerei in Spanien

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Wichtige Viehzuchtregionen in Spanien

Es lassen sich vier Hauptregionen unterscheiden: Der Gürtel von Galicien bis Kantabrien spezialisiert sich auf die Rinderzucht (Boviden) für die Produktion von Milch und Fleisch. In Katalonien, Aragonien, Navarra und im Norden von Valencia konzentriert sich die Tierhaltung auf Schweine (Porziden) sowie Kalbfleisch für die Fleisch-, Milch- und Eierproduktion. Auf der Hochebene (Meseta) ist die Schafzucht (Oviden) am weitesten verbreitet, wobei im westlichen Teil die Spezialisierung auf Fleisch und Milch im Vordergrund steht. Andalusien ist eine weitere Region mit überragender Bedeutung für die Schaf- und Schweinezucht im Rahmen der Integration in die GAP.

Spaniens Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft

Der Eintritt Spaniens in die Europäische Gemeinschaft erforderte große Anstrengungen zur Modernisierung der landwirtschaftlichen Betriebe. Zunächst dachte man, die Einbeziehung würde Spanien sehr zugute kommen, da es einem großen Markt beitreten konnte, um seine Produkte zu verkaufen, und durch EU-Abkommen mit anderen Ländern begünstigt würde. Nicht alles war jedoch ein Vorteil: Produkte wie Weizen aus anderen EU-Ländern drangen in den spanischen Markt ein und konkurrierten mit spanischen Erzeugnissen, lebenden Tieren und Fleisch. Dennoch erhielt Spanien bedeutende finanzielle Beihilfen. Ein Problem ist die hohe Produktivität der EU-Landwirtschaft, da der Markt die gesamte Produktion kaum absorbieren kann. Um sinkende Preise zu verhindern, kauft die Union Überschüsse auf, was jedoch Mittel für Produktionsquoten bindet.

Die kontinentale Agrarlandschaft im Landesinneren

Die Landwirtschaft basiert hier primär auf dem Trockenfeldbau von Getreide, Weinbergen und Olivenhainen. In bewässerten Gebieten werden Gartenbauprodukte angebaut, insbesondere in Aragonien und der Rioja durch die Bewässerung aus dem Ebro. Die traditionelle Schafzucht erfolgt in Halbstallhaltung. In den Bergregionen am Rande der Täler dominiert die Rinder- und Schweinehaltung.

Die atlantische Agrarlandschaft

Hier überwiegt die Rinderzucht, die stark an das Land gebunden ist (extensiv oder semi-extensiv). Der ursprüngliche Laubwald wurde durch schnell wachsende Eukalyptus- oder Kiefernbestände für die Zelluloseherstellung ersetzt. Die Landwirtschaft nimmt nur eine kleine Fläche ein; angebaut werden Äpfel, Mais, Kartoffeln sowie Obst- und Gemüseprodukte.

Die mediterrane Kulturlandschaft

Die Landwirtschaft konzentriert sich hauptsächlich auf den Anbau von Früchten, Gemüse und Blumen. Die Schweinehaltung sowie intensive Geflügel- und Muschelzuchtbetriebe sind wettbewerbsfähig. Diese Entwicklung wird auch auf den Inseln vorangetrieben, um gegenüber anderen EU-Ländern konkurrenzfähig zu bleiben.

Die Agrarlandschaft der Kanarischen Inseln

Es werden Tomaten und Zwiebeln angebaut. Gran Canaria und Teneriffa weisen die größten städtischen Siedlungen auf, obwohl die ländliche Bevölkerung auf dem gesamten Archipel insgesamt am größten ist. Die kleinen traditionellen kanarischen Dörfer mit weiß getünchten Häusern mischen sich mit Anbauflächen und Naturlandschaften, die teils konzentriert, teils verstreut liegen.

Expansion und Krise des Fischereisektors

Durch Gesetze zum Schutz und zur Erneuerung der Flotte bis 1961 und in den 70er Jahren erlebte die spanische Fischereiflotte eine große Expansion: Modernisierung, Erweiterung der Fanggründe und vervielfachte Fangmengen. Heute herrscht jedoch eine Krise aufgrund der Dezimierung der Arten durch missbräuchliche Praktiken in den Fischgründen, was die Zahl der Bestände in Küstennähe verringert.

Schwierigkeiten in den Fischereigebieten

Länder wie Marokko, Mauretanien, die USA und Kanada begrenzen die Hochseefischerei in Gewässern, in denen Spanien früher fischte.

Die spanische Fischerei in der EU

Der EU-Beitritt förderte den spanischen Fischereisektor nicht wie erhofft. Dies hat mehrere Gründe:

  • Die Fangkapazität der EU-Länder ist im Verhältnis zu den verfügbaren Ressourcen bereits zu hoch.
  • Die gemeinsame Marktpolitik für Fischprodukte zwingt zur Konkurrenz mit anderen Ländern.
  • Wirtschaftliche Subventionen wurden zwar gewährt, insbesondere zur Erneuerung der Flotte, was jedoch dazu führte, dass Spanien kleinere Schiffe einsetzte und an Fangkapazität verlor.

Spanien hoffte, dass die EU Abkommen mit Drittstaaten wie Marokko unterstützen würde, doch die Verhandlungen gestalten sich aufgrund der zunehmenden Erschöpfung der Fischgründe schwierig.

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