Landwirtschaft: Formen und Unterschiede weltweit

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Landwirtschaft in Entwicklungsländern

Diese Form der Landwirtschaft tritt in unterentwickelten Ländern auf und zeichnet sich durch eine niedrige Produktivität aus. Die Erträge reichen oft nur zur Selbstversorgung (Subsistenzwirtschaft). Es werden rudimentäre Werkzeuge verwendet; moderne Maschinen oder chemische Düngemittel kommen kaum zum Einsatz.

a) Wanderfeldbau (Brandrodung)

Diese Form findet sich in äquatorialen Klimazonen oder tropischen Regenwäldern. Der Bauer rodet einen Teil des Waldes, verbrennt die Reste und nutzt die Asche als Dünger für eine kleine Parzelle. Sobald der Boden erschöpft ist, zieht der Landwirt weiter und beginnt den Prozess an einer anderen Stelle erneut. Da es sich um eine Form der nachhaltigen Landwirtschaft handelt, regeneriert sich der Wald nach einiger Zeit wieder.

b) Dreifelderwirtschaft

Diese traditionelle Technik besteht darin, einen Teil des Landes als Brache ruhen zu lassen. Das Grundstück wird in drei Teile unterteilt: Auf zwei Teilen werden unterschiedliche Saaten angebaut, während der dritte Teil brachliegt. Jedes Jahr werden die Kulturen rotiert. Diese Methode wird in Gebieten angewandt, in denen keine chemischen Düngemittel verfügbar sind.

c) Plantagenwirtschaft

Hierbei handelt es sich um eine kommerzielle Landwirtschaft in Entwicklungsländern. Auf großen Flächen wird eine einzige Kulturpflanze (Monokultur) angebaut, um maximale Überschüsse zu erzielen. Zum Einsatz kommen komplexe Maschinen, Düngemittel, Pestizide und eine große Anzahl schlecht bezahlter Arbeitskräfte. Diese Plantagen werden oft von multinationalen Unternehmen betrieben. Hauptprodukte sind Kakao, Tee, Kaffee, Baumwolle und Bananen. Oft exportieren diese Länder ihre Produkte, während im eigenen Land Grundnahrungsmittel fehlen.

Kommerzielle Landwirtschaft in Industrieländern

Diese Form ist in entwickelten Ländern verbreitet. Sie nutzt moderne Maschinen, chemische Düngemittel, komplexe Bewässerungstechniken und Pestizide. Das Ziel ist die Erzielung von Überschüssen für den Markt. Die kommerzielle Landwirtschaft basiert auf dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Es wird nicht zwingend so viel wie möglich produziert, sondern das Angebot wird gesteuert, um wettbewerbsfähige Preise und Gewinne zu erzielen. Gelegentlich werden Ernten vernichtet, um das Marktgleichgewicht zu halten.

a) Landwirtschaft in der Europäischen Union

Um übermäßigen Wettbewerb zwischen den Mitgliedsstaaten zu vermeiden, legt die Europäische Union Produktionsquoten für landwirtschaftliche Produkte fest. Überschreitet ein Land diese Quote, drohen Strafen. Gleichzeitig subventioniert die EU bestimmte Nutzpflanzen, die als strategisch wichtig eingestuft werden, um die landwirtschaftliche Tätigkeit langfristig zu sichern.

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