Landwirtschaft, Viehwirtschaft und Forstwirtschaft in Spanien
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Landwirtschaft
Spanien verfügt über eine moderne und marktorientierte Landwirtschaft, die durch folgende Merkmale gekennzeichnet ist:
- Intensive Landwirtschaft: Unterstützt durch den Ausbau von Bewässerungssystemen und eine effiziente Nutzung von Brachflächen.
- Neue Technologien: Einsatz von Düngemitteln, Pestiziden, Saatgutselektion und modernen Anbausystemen (z. B. Gewächshäuser).
- Spezialisierung: Regionale Spezialisierung der Pflanzen (z. B. Gewächshausgemüse an der Küste von Almería).
- Arbeitskräfte: Besser ausgebildetes Personal und Verjüngung der Arbeitskräfte durch Einwanderer.
- Industrieorientierung: Ausrichtung der Erzeugnisse auf die Land- und Lebensmittelindustrie.
Herausforderungen der spanischen Landwirtschaft
- Landflucht: Aufgabe der landwirtschaftlichen Betriebe in vielen Binnenregionen Spaniens.
- Bewässerungsprobleme: Einsatz veralteter, wasserintensiver Bewässerungssysteme und schlechter Zustand der Anlagen (Kanäle).
- EU-Vorgaben: Erfüllung der strengen Auflagen der Europäischen Union (Umweltschutz und Flächenerhaltung).
- Wettbewerbsdruck: Schwierigkeiten bei der Konkurrenz auf internationalen Märkten (z. B. Baumwolle, Trauben).
- Flächennutzung: Nachfrage nach ländlichen Grundstücken für profitablere Aktivitäten wie Zweitwohnungen oder Einkaufszentren.
Viehwirtschaft
Die spanische Viehwirtschaft nimmt in der Europäischen Union den vierten Platz ein. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wandelte sich das System von einer traditionellen, extensiven Tierhaltung mit geringer Rentabilität hin zu modernen, intensiven Produktionsformen:
- Intensivtierhaltung: Vieh wird in Ställen gehalten, die Produktion ist auf die Lebensmittelindustrie ausgerichtet. Mechanisierte Fütterung und Arbeitsabläufe haben zu einer starken Produktivitätssteigerung geführt.
- Rassenwandel: Die Einführung fremder Arten zur Leistungssteigerung hat zu einem Rückgang autochthoner Rassen geführt.
- Aktuelle Probleme: Krankheiten wie Schweinepest oder BSE sowie die Abhängigkeit von Futtermittelimporten aufgrund unzureichender inländischer Produktion.
- Spezialisierung: Fokus auf spezifische Produkte wie Fleisch, Milch oder Eier.
Forstwirtschaft
Die Waldfläche nimmt 51,4 % des Landes ein, wobei der tatsächliche Baumbestand 21 % ausmacht. Die Vegetation besteht vorwiegend aus Nadelbäumen (Kiefern), gefolgt von Eichen, Buchen, Kastanien und einer Vielzahl an Sträuchern.
Wichtige Waldprodukte:
- Holz: Hauptsächlich aus Nadelbäumen (54 % der Gesamtmenge) für die Möbelindustrie und Zellstoffproduktion.
- Sonstige Erzeugnisse: Harz, Kork, Aroma- und Heilpflanzen sowie Wildfrüchte (Kastanien, Eicheln).