Landwirtschaftliche Systeme in den Tropen im Überblick
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Wanderfeldbau (Shifting Cultivation)
In den äquatorialen und feuchten Tropen Afrikas, Amerikas und Asiens ist der Wanderfeldbau verbreitet. Die Agrarlandschaft besteht aus unregelmäßigen Flächen rund um die Siedlungen, die mit einfachen Techniken bearbeitet werden.
Prozess und Anbaumethoden
- Vorbereitung: Während der Trockenzeit werden Waldflächen durch Brandrodung gerodet. Die kalireiche Asche dient als Dünger.
- Aussaat: Mit Grabstöcken werden Löcher in den Boden gebohrt, in die das Saatgut eingebracht wird.
- Ernte: Die Ernte erfolgt manuell.
Da der Boden kontinuierlich an Nährstoffen verliert, muss die Anbaufläche regelmäßig gewechselt werden. Eine Bodensanierung benötigt etwa 25 Jahre. Dieses System erfordert große Flächen und erlaubt nur eine geringe Bevölkerungsdichte (ca. 15 Einwohner/km²). Die Produktion basiert auf Polykultur (Hirse, Mais, Maniok, Yams, Erdnüsse) zur Selbstversorgung. Eigentum und Arbeit sind meist kollektiv organisiert.
Aktuelle Herausforderungen
Um dem Bevölkerungswachstum gerecht zu werden, wird die Technologie durch den Einsatz von Pflügen und mechanisiertem Anbau verbessert. Dies führt jedoch zu einer Verringerung der Brachezeiten, was das Risiko von Bodenerosion und Übernutzung erhöht.
Regenfeldbau und sesshafte Landwirtschaft
Dieser Typ findet sich in den tropischen Trockengebieten, südlich der afrikanischen Savanne sowie in Teilen Südamerikas und Asiens.
Struktur der Agrarlandschaft
Die Flächen sind in zwei Bereiche unterteilt:
- Gärten: In der Nähe der Wohnungen wird ganzjährig Gemüse, Mais und Bohnen angebaut, gedüngt mit Hausmüll oder tierischen Exkrementen.
- Felder: Das Umland ist in drei Teile gegliedert, die im Wechsel bewirtschaftet werden.
Es wird eine Hauptkultur (Hirse oder Mais) mit ergänzenden Pflanzen (Erdnüsse, Wurzelgemüse) kombiniert. Die Integration von Viehhaltung (Rinder, Schafe, Ziegen) liefert Nahrung, Dünger und Arbeitskraft. Dieses System ermöglicht eine dauerhafte Besiedlung und eine höhere Bevölkerungsdichte (ca. 50 Einwohner/km²).
Probleme der Viehwirtschaft
Obwohl die Savannenvegetation für die kommerzielle Tierhaltung genutzt wird, behindern schlechte Nutztierrassen, mangelnde Infrastruktur und Tierseuchen die Entwicklung.
Plantagenwirtschaft
In den feuchten Tropen (Küste Zentral- und Südamerikas, Südostasien, Golf von Guinea) dominiert die Plantagenwirtschaft. Ursprünglich im 16. Jahrhundert durch spanische und portugiesische Kolonialherren mit Sklavenarbeit etabliert, hat sie sich stark gewandelt.
Merkmale moderner Plantagen
- Technologie & Kapital: Hohe Investitionen und moderne Technik, kombiniert mit billigen Arbeitskräften.
- Produktion: Massenproduktion spezialisierter Güter für den Export in Industrieländer (Bananen, Ananas, Kaffee, Baumwolle, Kautschuk, Palmöl).
- Wirtschaftsstruktur: Die Flächen befinden sich meist im Besitz multinationaler Konzerne, die Preise und Märkte kontrollieren.
Herausforderungen
Die Plantagenwirtschaft ist anfällig für Schwankungen der internationalen Nachfrage, Konkurrenz durch synthetische Produkte, Bodenerschöpfung durch intensive Monokulturen und Schädlingsbefall. Lösungsansätze umfassen die Diversifizierung der Produktion, den Einsatz von Düngemitteln, die Integration von Viehhaltung sowie Forschung zur Bekämpfung von Tropenkrankheiten.