Lateinamerikanische Literatur: Lyrik und Erzählkunst
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Lateinamerikanische Lyrik und ihre Strömungen
Die erste Phase war die hispanoamerikanische Moderne und ihre wichtigsten Trends:
- Avantgarde-Lyrik: Dazu gehören der Kreationismus und der spanische Ultraismus. Die einflussreichste Bewegung war jedoch der Surrealismus. Autoren wie Vallejo übernahmen innovative Techniken der Avantgarde und entwickelten später eine Poesie, die der sozialen Wirklichkeit verpflichtet war.
- Poesía Negra: Diese Strömung trat auf den Antillen als Verteidigung der afro-hispanoamerikanischen Kultur auf. Sie verleiht dem Rhythmus afro-antillianischer Lieder durch lautmalerische Wörter ohne feste Bedeutung Ausdruck – eine Art Gedicht-Lied.
Die lateinamerikanische Erzählkunst
Der hispanoamerikanische realistische Roman entwickelte sich in mehreren Strömungen: dem Roman der mexikanischen Revolution, dem Roman der Erde (Novela de la Tierra) und dem Indigenismus. Die Autoren der neuen, modernisierten Erzählkunst griffen neue Themen auf, nutzten innovative narrative Methoden und veränderten die Vorstellung von Geschichte grundlegend.
Merkmale der neuen Erzählweise
Die neue Erzählkunst zeichnet sich durch den Roman und die Liebe zur Geschichte aus. Es werden neue Themen angesprochen (das Stadtleben, Einsamkeit, Isolation etc.) unter Verwendung neuer Techniken wie chronologischer Unordnung, innerem Monolog und der Vielfalt der Perspektiven. Viele Erzähler betrachten die Realität als einen Raum, der Wirklichkeit und Fantasie vermischt – ein Trend, der als Magischer Realismus bekannt ist.
Bedeutende Autoren der Literatur
Pablo Neruda
In seinen Jugendkompositionen versuchte er, den damals vorherrschenden Modernismus durch einen persönlicheren und menschlicheren Zugang zum Thema der Liebe zu überwinden. In seinem Schaffen entwickelte er ein starkes soziales und politisches Engagement, das sich mit dem Ausdruck persönlicher Anliegen abwechselte. Seine Dichtung ist engagiert, klar und direkt. In seiner letzten Phase kehrte er zu Themen wie der Liebe, der Natur und der persönlichen Erinnerung zurück.
Jorge Luis Borges
In seinen Erzählungen beabsichtigt er nicht bloß, eine Geschichte zu erzählen, sondern den Sinn des Lebens, das Individuum und das Universum zu analysieren. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion wird durch Symbole verkörpert. Oft überrascht er den Leser mit unerwarteten Wendungen und Ergebnissen.
Gabriel García Márquez
Er verfasste Erzählungen und Romane, von denen viele in einer imaginären Welt angesiedelt sind.