Lateinamerikanische Tänze: Geschichte und Merkmale

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Die Geschichte der lateinamerikanischen Tänze

Lateinamerikanische Tänze werden in Europa seit dem frühen 20. Jahrhundert praktiziert, obwohl ihre Ursprünge bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurückreichen. Sie entstanden durch die Vermischung musikalischer Stile aus Spanien, Portugal, Afrika und von indigenen Völkern in Amerika.

Von allen lateinamerikanischen Tänzen wurden nur fünf in den Tanzsport aufgenommen: Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive. Im Folgenden stelle ich Ihnen diese Tänze näher vor:

Samba

Die Samba hat ihre Wurzeln in Afrika und entwickelte sich in Brasilien zu einem Tanz, der eng mit der brasilianischen Kultur und dem Karneval in Rio verbunden ist. Der Name leitet sich vom Wort „Sembat“ ab, was „Nabel“ bedeutet.

Die Musik entstand aus Perkussionsrhythmen, die von afrikanischen Sklaven in Brasilien gespielt wurden. Die hypnotische Wirkung dieser Rhythmen bildete den Ursprung des Samba-Tanzes. Obwohl die Samba bereits Anfang des 20. Jahrhunderts Europa erreichte, erlangte sie erst durch Hollywood-Filme in den späten 30er und frühen 40er Jahren weltweite Berühmtheit.

Nach diesem Boom wurde die internationale Samba für Tanzwettbewerbe standardisiert. Sie wird in einem schnellen Tempo im 2/4- oder 4/4-Takt getanzt (50 bis 60 Takte pro Minute).

Cha-Cha-Cha

Die Ursprünge des Cha-Cha-Cha liegen im Jahr 1948, als Enrique Jorrín ein beliebtes mexikanisches Lied durch die Mischung zweier kubanischer Rhythmen, „Danzón“ und „Montuno“, neu arrangierte. Der Song wurde fünf Jahre später unter dem Titel „La Engañadora“ veröffentlicht und war ein großer Erfolg.

Das Lied zeichnete sich durch eine Besonderheit aus: Der Bongo-Schlag betonte drei Schläge dicht beieinander. Dies bildete den Ursprung des Tanzes und seines Namens: Cha-Cha-Cha. Der Tanz verbreitete sich ab 1954 schnell in Nord- und Südamerika sowie in Europa. Er wird in einem langsamen Tempo im 4/4-Takt getanzt (32 bis 34 Takte pro Minute). Künstler wie Perez Prado, Tito Puente und Harry Belafonte haben maßgeblich zur weltweiten Verbreitung beigetragen.

Rumba

Viele betrachten die Rumba als den „Tanz der Liebe“. Die langsamen Bewegungen der Tänzer vermitteln eine besondere Sinnlichkeit. Die Rumba hat ihre Wurzeln in kubanischen Volkstänzen, insbesondere der „Habanera“ und der „Guajira“. Der Name leitet sich von dem Wort ab, das in der kubanischen Tradition allgemein für „Tanz“ steht.

Die erste bekannte Version entstand 1920 unter dem Namen „Rumba-Bolero“. Es war eine langsame Rumba, bei der die Partner sehr eng beieinander tanzten, ähnlich dem heutigen langsamen Walzer. Die Form, die wir heute kennen, entwickelte sich in den 40er Jahren in den USA und England. Hierbei lösen sich die Tänzer voneinander, um dynamische Phasen mit ausdrucksstarken Gesten zu kombinieren. Die endgültige Standardisierung erfolgte 1947 auf einer internationalen Konferenz der Tanzlehrer in Mailand.

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