Lazarillo de Tormes: Analyse des ersten Schelmenromans
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Themen und Gesellschaftskritik
Das Leben des Protagonisten ist oft auf Täuschung konzentriert. Viele Figuren sind repräsentativ für die spanische Gesellschaft der damaligen Zeit. Der Erzähler übt Kritik an dieser Gesellschaft, die reich an Armut ist und enteignet. Ein ständiges Motiv im Werk ist das Religiöse. Der Erzähler übt eine subtile Kritik an der Geistlichkeit und falscher Frömmigkeit. Die Ehre spiegelt sich ebenfalls im gesamten Roman wider. Er kritisiert den externen Begriff der Ehre, der auf bloßem Schein basiert. Mit Lazarus ist der Protagonist und die Erzählung sehr anders als die Helden, die es bisher in Romanen gab; die Hauptfigur ist ein einfacher Mensch, ein Antiheld.
Stil und Sprache
Es ist eine wahrhaftige Sprache. Der Erzähler verzichtet auf komplexe literarische Ressourcen, sondern bevorzugt es, seine Geschichte so zu erarbeiten, dass sie viel mehr eine nahegelegene Realität vermittelt. Deshalb ist seine Sprache sehr volkstümlich. Im Prolog entschuldigt er sich für die geringe Wertschätzung seines Werkes. Lazarillo de Tormes ist ein Schelmenroman. Er entstand nicht nur als Schelmenroman, sondern als harte Gesellschaftskritik, die hinter den Abenteuern verborgen ist, die in der ersten Person von einem Kind erzählt werden, das lernt, dank Grausamkeit und anderer Mängel seiner Herren zu überleben.
- Die Erzählung erfolgt in der ersten Person.
- Die Erlebnisse und Schicksale sind realistisch beschrieben.
- Er wurde in eine Familie ohne Ehre geboren.
- Es fehlt die Möglichkeit, die soziale Klasse zu wechseln.
- Das Werk ist offen; man kann theoretisch immer neue Kapitel hinzufügen.
Der Leitfaden und die Veröffentlichung
Das Werk "Das Leben des Lazarillo de Tormes und sein Glück und Unglück" wurde 1554 veröffentlicht, war aber schon viel früher geschrieben worden. In keiner der vier Ausgaben erscheint der Name des Autors, sodass es als anonymes Werk veröffentlicht wurde.
Handlung und Fortsetzungen
Schon als Kind beginnt Lazaro für seinen ersten Herrn zu arbeiten, einen Blinden. Später dient er weiteren Herren: einem Ablassprediger, einem Kaplan, einem Gerichtsdiener, einem Geistlichen und einem Edelmann. Er lernt durch seine Erfahrungen mit ihnen, hört schließlich auf zu predigen und heiratet die Dienerin eines Erzpriesters.
Struktur und Aufbau
Das Werk besteht aus einem Prolog und sieben Kapiteln unterschiedlicher Länge. Es ist die Figur des Lazarus, die der Geschichte Kohärenz und Einheit verleiht. Das Buch hat eine autobiografische Form: Der Erzähler schreibt an eine bestimmte Person; der "Fall" bezieht sich auf das Gerücht über die Untreue der Ehefrau von Lazarus. Lazaro beschränkt sich nicht darauf, über diesen Fall zu berichten, sondern erzählt sein Leben und Leiden von Anfang an. Dies führt dazu, seine Abenteuer zu schildern und subtile Kritik an der Lebensweise seiner Herren zu üben. Obwohl es eine Folge von Ereignissen ist, bildet es eine bauliche Einheit:
- Es beginnt und endet mit einem Hinweis auf die Justiz: Sein Vater floh vor der Justiz, und sein eigenes Amt als Ausrufer dient dazu, Verbrechen laut zu erklären.
- Lazaro erhält Unterstützung vom Erzpriester.
- Lazaro musste bei seinen Herren List, Betrug und Vorsorge einsetzen, um zu überleben.