Das Leben und Wirken des heiligen Augustinus
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Biografie des heiligen Augustinus
Augustinus wurde am 13. November 354 in Tagaste geboren. Er besuchte die Schule bis zu seinem 11. Lebensjahr, bevor er nach Madaura geschickt wurde, wo er bessere Leistungen erbrachte. Mit 19 Jahren schrieb er in Karthago Dichtung und veröffentlichte mit 26 Jahren sein erstes Buch. Im Jahr 383 ging er nach Rom und eröffnete eine Schule, zog jedoch später mit seiner Mutter nach Mailand, da er ein christliches Klosterleben anstrebte. Im Jahr 387 wurde er getauft und kehrte anschließend nach Tagaste zurück, wo er sein Erbe aufteilte und ein Kloster gründete. Drei Jahre später reiste er nach Hippo, wo er zum Weihbischof und ein Jahr später zum Bischof der Stadt geweiht wurde. Er verbrachte 42 Jahre mit Reisen, Lesen und Schreiben und starb am 28. August 430.
Philosophische und theologische Ansätze
- Leben betrachten: Augustinus setzte sein ganzes Vertrauen in die Vernunft, erkannte jedoch, dass diese allein keinen Sinn für das Leben bieten kann. Nach einer langen Suche führte ihn dies zur Bekehrung.
- Suche nach der Wahrheit: Nach seiner Bekehrung suchte er die Wahrheit in sich selbst und wandte sich von materiellen Interessen ab.
- Gemeinschaftsglaube: Das Ideal des religiösen Lebens war für ihn die erste christliche Gemeinde, in der alles geteilt wurde. Diese Gemeinschaftsprinzipien werden bis heute an vielen Orten praktiziert.
- Pastoraler Dienst: Augustinus beschrieb das Leben als eine Mischung aus Kontemplation und aktivem Handeln. Er erkannte, dass der Dienst am Nächsten das innere Leben bereichert.
- Erfahrung der Gemeinschaft: Das Gebet ist für ihn ein Dialog mit Gott und eine Erfahrung der Gemeinschaft als Brüder.
- Bewegung zu Gott: Durch neuplatonische Texte erkannte er, dass die Vernunft allein nicht ausreicht, sondern eine Bewegung hin zu Gott notwendig ist.
- Glaube und Vernunft: Augustinus vertrat die Ansicht, dass der Glaube der sicherste Führer ist, die Vernunft dem Glauben jedoch vorausgehen kann. Beide bedingen einander.
- Lebendiger Glaube: Der Glaube ist eine Grundhaltung des Christen, die keine Grenzen kennt.
Soziales Engagement und Werte
Gott als Garant des Glücks
Augustinus lehrte, dass Gott das wahre Glück garantiert und die Botschaft der Bibel in der Gottes- und Nächstenliebe zusammengefasst werden kann. Freundschaft war für ihn von zentraler Bedeutung; er sah in seinen Mitmenschen Freunde, die er in einer religiösen Gemeinschaft vereinen wollte.
Regeln für das Gemeinschaftsleben
Er stellte klare Regeln auf: ein gemeinsames Leben, motiviert durch Liebe und Freundschaft, Gleichheit vor dem Evangelium und ein Protest gegen eine egoistische Gesellschaft.
Jesu Werteskala
Augustinus betonte Jesu Liebe zu Sündern und Kranken. Er forderte seine Anhänger auf, ohne Vorurteile zu vergeben, in Armut zu leben und die Nähe Gottes zu suchen.
Einsatz für Bedürftige
Augustinus setzte sich aktiv für die Armen, Schwachen, Waisen und Sklaven ein. Er schrieb an den Kaiser, um Gesetze gegen Sklavenhändler zu erwirken, und sprach sich gegen Kindesmissbrauch aus. Er war ein Friedensstifter, der selbst in Krisenzeiten zur Liebe und zum Mitleid aufrief.
Aktives Engagement und Vermächtnis
Der Glaube erfordert für Augustinus ein aktives Engagement: Menschen aus der Sklaverei zu befreien, den Armen zu dienen und eine Gesellschaft aufzubauen, die auf Gerechtigkeit und dem Gemeinwohl basiert. Er widmete sein Leben dem Schreiben und hinterließ 232 Bücher und 93 Abhandlungen sowie zahlreiche Predigten.