Lehr-Lern-Prozesse: Kognitive Strukturen und Theorien

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Die Prozesse des Lehrens und Lernens

Der Bildungsprozess beschreibt den Zusammenhang zwischen Lehr- und Lernerfolgen. Es besteht eine kausale Verbindung, jedoch bedeutet Lehren nicht automatisch Lernen, da jeder Schüler individuell lernt. Wir unterscheiden verschiedene Lernstile:

  • Rezeptives Lernen: Aufnahme von Informationen aus der Umwelt.
  • Memorierendes Lernen: Speicherung von Konzepten ohne tiefgreifendes Verständnis.
  • Entdeckendes Lernen: Lernen durch Beobachtung und das Schaffen von Voraussetzungen.
  • Soziales Lernen: Erwerb gesellschaftlich akzeptierter Regeln und Verhaltensweisen durch Wiederholung, Anerkennung oder Vermeidung von Sanktionen.
  • Kompetenzorientiertes Lernen: Erwerb von Fertigkeiten und Kompetenzen.
  • Fehleranalyse: Lernen durch Problemlösung.

Theorie des Lehrens

In der Lehre sind die Finalitäten (das „Wozu“) wichtiger als die Ursachen. Lehren bedeutet, Lernprozesse unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen, des Umfelds und der gesetzten Ziele zu stimulieren. Jeder Lernprozess bewirkt eine Veränderung beim Subjekt und in dessen Umfeld.

Der Mensch nutzt Informationsquellen im Lehr-Lern-Prozess. Wenn Informationen über die Sensorik registriert werden, können sie zu einer beobachtbaren Reaktion führen. Das Kurzzeitgedächtnis (ca. 7 Einheiten) ermöglicht unmittelbare Reaktionen und filtert nutzlose Informationen. Das Langzeitgedächtnis hingegen ist ein Speicher ohne Kapazitätsgrenzen.

Theorien zum Vergessen

  • Spurentheorie: Informationen überlagern sich und verblassen mit der Zeit.
  • Konstruktive Wissensbildung: Neues Wissen kann mit Vorwissen in Konflikt geraten, was eine Umstrukturierung zur Wiederherstellung des Gleichgewichts erfordert.
  • Freudsche Theorie: Konflikte mit dem Ego führen zur Verdrängung ins Unbewusste; die Information bleibt jedoch erhalten und kann durch Träume oder Hypnose zugänglich werden.

Kognitive Maßnahmen im Lehr-Lern-Prozess

  • Aufmerksamkeit: Selektive Wahrnehmung.
  • Kodierung: Verarbeitung der Informationen im Gehirn, um eine entsprechende Reaktion zu ermöglichen.
  • Speicherung: Um Informationen dauerhaft im Langzeitgedächtnis zu sichern, müssen sie konsequent verknüpft und mit Vorwissen vernetzt werden.
  • Abruf: Der gezielte Zugriff auf gespeicherte Informationen.

Elemente kognitiver Strukturen

Diese vier Elemente bauen kognitive Strukturen auf und bereichern sie:

  • Inhalt: Informationen variieren je nach Person und Zeit.
  • Organisation: Die Art und Weise, wie Informationen strukturiert sind.
  • Operation: Die Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten, erfolgt durch zwei Prozesse:
  1. Assimilation: Integration neuer Informationen in bestehende Strukturen.
  2. Akkommodation: Anpassung der kognitiven Strukturen an neue Informationen.

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