Leitfaden für Patientenkomfort, Lagerung und Hygiene

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Komfort und Ziele in der Pflege

Komfort: Umfasst die körperliche, seelische und geistige Ebene.
Ziele: Die Befreiung von Not ermöglichen; die Aufrechterhaltung einer ausreichenden Durchblutung aller Gewebe und Organe; die Erhaltung der Hautintegrität zur Vermeidung von Verletzungen; die Förderung der Muskelaktivität zur Vorbeugung von Kontrakturen und Atrophie sowie die Erleichterung und Aufrechterhaltung der Atemfunktion.

Hilfsmittel zur Lagerung

  • Roll-Komfort: Beibehaltung von Ausrichtung und Körperpositionierung.
  • Watteringe: Vermeidung von Druck auf Knochenvorsprüngen.
  • Kissen: Vermeidung von Reibung im Bereich von Knochenprominenzen.
  • Matratze (Luft/Wasser): Entlastung bestimmter Bereiche zur Prävention von Verletzungen.

Positionierung des Patienten im Bett

Beibehaltung der Körperhaltung, Vermeidung von Deformitäten, Schutz der Hautintegrität, Unterstützung bei der Ableitung von Sekreten und Verbesserung des Gasaustauschs. Positionswechsel: Die Position des Patienten im Bett muss in regelmäßigen Abständen geändert werden.

Comfort-Massage und Techniken

Massagen regen die Durchblutung an, verhindern Druckstellen und fördern die Muskelentspannung.

  • Effleurage (Ausstreichen): Wirkt beruhigend bei Schmerzen. Mit der Handfläche oder den Fingerkuppen zentripetal (zum Herzen hin) oder entlang der Muskelfasern streichen.
  • Friktion (Reibung): Erreicht tiefe Hautschichten durch Reiben mit der Hand. Die Anwendung erfolgt längs an den Gliedmaßen oder kreisförmig bei großen Regionen (Rücken, Brust) sowie abgerundeten Stellen (Schulter).
  • Druck und Knetung (Petrissage): Für muskelreiche Regionen. Das Gewebe wird gefasst, angehoben und mit einer Drehbewegung bearbeitet.
  • Zwicken: Ähnlich wie die Knetung, jedoch wird das Gewebe wie mit einer Zange zwischen Daumen und Zeigefinger gefasst.

Mobilisation und Übungen

Ziele: Verbesserung der Funktionen von Muskeln, Nerven, Knochen und Gelenken sowie des Herz-Kreislauf- und Atmungssystems. Voraussetzung ist, dass keine medizinischen Beschränkungen für Bewegungen vorliegen.

  • Passiv: Durchführung durch Pflegekräfte ohne Hilfe des Patienten zum Erhalt der maximal möglichen Beweglichkeit.
  • Aktiv-unterstützt: Durchführung durch den Patienten mit Hilfe der Pflegekraft zur Wiederherstellung der normalen Muskelfunktion.
  • Aktiv: Durchführung durch den Patienten ohne äußere Kraftanwendung.
  • Resistiv: Kraftaufbau durch Arbeit gegen einen muskulären Widerstand.
  • Isometrisch: Kontraktion und Entspannung der Muskeln ohne Positionsänderung des Gliedmaßes, um die physische Kraft bei immobilisierten Gelenken zu erhalten.

Spezielle Lagerungsarten

  • Fowler-Lage: Oberkörperhochlagerung (45 bis 60 Grad). Erleichtert Lungenexpansion und Herzleistung; ideale Position zur Nahrungsaufnahme. Unterstützung durch Kissen und Handtücher.
  • Rückenlage (Dorsal-horizontal): Zur Körperausrichtung, für körperliche Untersuchungen und zur Entspannung der Bauchmuskulatur.
  • Bauchlage: Zur Druckentlastung des Rückens sowie zur Untersuchung von Wirbelsäule und Gesäß.
  • Sims-Lage (Seitenlage): Für vaginale und rektale Untersuchungen oder die Anwendung von Einläufen.
  • Seitenlage (rechts/links): Komfort, Prävention von Dekubitus (Wundliegen) und Vermeidung von Missbildungen.
  • Gynäkologische Lage: Für Untersuchungen und Behandlungen im Vaginal- und Rektalbereich.
  • Trendelenburg-Position: Beine um 30 bis 45 Grad erhöht. Zur Drainage von Bronchialsekret, Verbesserung des venösen Rückflusses, Vermeidung von Fehlgeburten bei Zervixinsuffizienz oder für Operationen im Beckenbereich.

Körper- und Mundhygiene

Faktoren und Badeformen

Die Hygiene wird durch das Selbstkonzept, den sozioökonomischen Status, Wissen, kulturelle Variablen und soziale Präferenzen beeinflusst.

  • Ganzkörperwaschung (Bettbad): Reinigung von Gesicht, Augen, Ohren, Hals, Händen, Armen, Achseln, Brust, Bauch, Beinen, Füßen, Nacken, Gesäß und Genitalien sowie anschließendes Richten des Bettes.
  • Sitzbad: Zur Reinigung und Reduzierung von Entzündungen im Perineal- und Analbereich.
  • Kaltwasserbad: Zur Senkung der Körpertemperatur und Lösung von Verspannungen.
  • Haarpflege: Reinigung der Kopfhaut, Durchblutungsförderung und Behandlung von Pedikulose (Läuse), Seborrhö oder Zecken.
  • Externe Waschung (Intimpflege): Reinigung der Genitalien vor Katheterisierungen, Materialsammlungen oder Operationen.
  • Ausscheidungshilfen: Verwendung von Steckbecken (Bettpfanne) und Urinflaschen (Papagei). Urinale werden für Kinder ab 1 Jahr, Bettpfannen für Erwachsene und Kinder ab 5 Jahren verwendet.

Mundhygiene

Reinigung von Zähnen, Zahnfleisch, Gaumen, Wangen und Zunge.

  • Mundhygiene bei Patienten, die zur Selbstpflege in der Lage sind.
  • Mundhygiene bei hilfsbedürftigen Patienten.
  • Mundhygiene bei kritisch kranken oder bewusstlosen Patienten.
  • Pflege von beweglichen Brücken oder Prothesen.

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