Liberalismus und Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert

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Liberalismus und bürgerliche Freiheiten

Der Liberalismus umfasst eine Reihe ideologischer und politischer Transformationen in Europa und Amerika vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1815. Ein Meilenstein war die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789. Die wesentlichen Aspekte sind die Entwicklung individueller Freiheiten als Motor des gesellschaftlichen Fortschritts sowie ein Rechtsstaat, in dem alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Dies beinhaltet die absolute Trennung der Zuständigkeiten, die Vertretung durch Parlamente und die Einführung von Verfassungen.

Die Entstehung der Arbeiterbewegung

Die Arbeiterbewegung ist eine soziale Bewegung zur Verbesserung der Fürsorge für Arbeitnehmer. Sie entstand infolge der Industriellen Revolution in England aufgrund des Mangels an Rechten für Arbeiter in den Fabriken. Da es noch keine Rechtsvorschriften für die industrielle Tätigkeit gab, waren die Arbeiter extremen Bedingungen ausgesetzt: Die Arbeitstage dauerten über zwölf Stunden, Kinder mussten arbeiten und ehemalige Handwerker wurden zu Proletariern, die unter festen Arbeitsbedingungen gegen einen Lohn arbeiteten.

Luddismus: Widerstand gegen den Fortschritt

Erste Manifestationen der Arbeiterbewegung äußerten sich im Luddismus, bei dem die Arbeiter den Verlust der handwerklichen Fähigkeiten beklagten. Diese Bewegung gewann in England ab 1811 an Dynamik. Ihre Aktionen basierten auf spontanen und ungeordneten Revolten, die sich häufig gegen die Produktionsinstrumente richteten. Der Luddismus lehnte jede Art von Technologie ab, die nach seiner ideologischen Neigung dazu führte, dass Menschen ihre Arbeitsfähigkeit und Kreativität verloren. Die Bewegung wurde nach Ned Ludd benannt.

Die Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert

Die Arbeiterklasse lebte in prekären Situationen: Die Mitarbeiter wurden oft nur tageweise beschäftigt und bezahlt. Die Arbeitstage dauerten 14 bis 16 Stunden unter einer strengen Disziplin, bei der sie bestraft oder nach Belieben des Eigentümers entlassen werden konnten. Auch Frauen und Kinder arbeiteten. Die Lebensbedingungen waren durch schlechte, kleine Wohnungen, Unterernährung und eine hohe Sterblichkeit geprägt.

Utopischer Sozialismus

Der utopische Sozialismus umfasst Lehren der sozialen Reform vor der Entstehung des Marxismus und Anarchismus. Diese entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf die schweren Probleme, die der Triumph der Industrialisierung und des Liberalismus in Europa zur Folge hatte. Herausragende Vertreter waren Robert Owen, Henri de Saint-Simon und Étienne Cabet.

Chartismus und politische Reformen

Der Chartismus war eine soziale Reformbewegung, die ihren Namen von der People's Charter von 1838 erhielt. Ihre Ziele waren das allgemeine Wahlrecht für Männer, ein Jahresgehalt für Parlamentsabgeordnete sowie die Agitation der Arbeiterklasse gegen die ungerechten Armengesetze.

Marxismus und Anarchismus

Der Marxismus basiert auf den politischen und philosophischen Lehren von Karl Marx. Er entwickelte eine Theorie des wissenschaftlichen Sozialismus in drei Bereichen: Die Analyse der Vergangenheit, die Kritik der Gegenwart durch Klassenkämpfe und ein Projekt für die Zukunft. Der Anarchismus hingegen fördert die individuelle Autonomie und kritisiert die kapitalistische Gesellschaft sowie jede Form von Regierung. Ein bedeutender Referent war Pierre-Joseph Proudhon.

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