Liberalismus, Nationalismus und Arbeiterbewegungen
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Die liberalen Revolutionen (1820, 1830, 1848)
Die liberalen Bewegungen des 19. Jahrhunderts prägten die politische Landschaft Europas und Amerikas:
- 1820: Liberale Erhebungen wurden weitgehend besiegt, mit Ausnahme von Griechenland, das seine Unabhängigkeit erlangte. In Lateinamerika lösten sich Staaten von der spanischen Herrschaft. In Spanien erzwang eine liberale Soldatenbewegung von König Ferdinand VII. die Anerkennung der Verfassung, was jedoch nach drei Jahren durch die Heilige Allianz beendet wurde.
- 1830: Liberale Aufstände, unterstützt durch die Bevölkerung, führten in Frankreich zum Sieg und zur Unabhängigkeit Belgiens. Es etablierte sich ein konservativer Liberalismus mit eingeschränkten Freiheiten und Zensuswahlrecht.
- 1848 (Doktrinärer Liberalismus): Progressive liberale Aufstände forderten demokratische Ideale wie das allgemeine Wahlrecht, Arbeitnehmerschutz und soziale Republiken. Zudem kam es zu nationalistischen Aufständen in Österreich, Preußen, Russland und der Türkei.
Definition des Liberalismus
Der Liberalismus ist ein politisches System, das auf dem Individuum basiert. Er verteidigt:
- Nationale Souveränität und freie Wahlen
- Gewaltenteilung
- Grundrechte und wirtschaftliche Freiheit
Nationalismus
Der Nationalismus betont das Recht der Völker auf Selbstbestimmung. Es werden zwei Arten unterschieden:
- Einigender Nationalismus: Völker streben danach, sich zu einem starken Staat zusammenzuschließen (z. B. Deutschland, Italien, USA).
- Separatistischer Nationalismus: Völker wollen sich von einem bestehenden Staat lösen, um einen eigenen, unabhängigen Staat zu gründen.
Marxismus
Mitte des 19. Jahrhunderts prangerten Karl Marx und Friedrich Engels die Ausbeutung der Arbeiterklasse an. Ihre Kernpunkte:
- Notwendigkeit einer Arbeiterrevolution zur Zerstörung des Kapitalismus.
- Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat.
- Sozialisierung des Privateigentums, um soziale Klassen und den Staat langfristig aufzulösen.
- Ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts: Gründung sozialistischer Arbeiterparteien, die sowohl die Revolution anstrebten als auch durch parlamentarische Arbeit Gesetze zugunsten der Arbeiter verbesserten.
Anarchismus
Der Anarchismus basiert auf drei Grundprinzipien:
- Erhöhung der individuellen Freiheit und soziale Solidarität.
- Kritik am Privateigentum.
- Ablehnung jeglicher Autorität, insbesondere des Staates.
Anarchisten lehnten die Teilnahme am politischen Leben und die Organisation in Parteien ab. Sie befürworteten revolutionäre Aktionen von Arbeitern und Bauern, um den Staat zu zerstören und eine neue, egalitäre Gesellschaft zu schaffen. Einige Gruppen setzten dabei auf gewaltsame Aktionen gegen die Pfeiler des Kapitalismus (Bourgeoisie, Armee, Staat und Kirche).